Startbahn-Verlängerung bleibt ungenutzt
Die verlängerte Startbahn am Flughafen Paderborn/Lippstadt in Büren ist noch nicht in Betrieb genommen worden.

„Das ist nicht unsere höchste Priorität“, sagte Flughafen-Geschäftsführer Dr. Marc Cezanne der „Glocke“. An die Inbetriebnahme des neuen 390 Meter langen Startbahnstücks hat das OVG die Verlegung der Landeschwelle gekoppelt. Diese markiert den Beginn der Landezone, ist durch einen weißen Querstreifen gekennzeichnet und laut Cezanne mit speziellen Sensoren ausgestattet.

Die Verlängerung der Startbahn auf knapp 2,6 Kilometer hat eine Million Euro gekostet. Die Inbetriebnahme des neuen Teilstücks werde erneut etwa eine Million Euro kosten, da die Verlegung der Landeschwelle einen hohen technischen Aufwand bedeute, sagte Cezanne. Im Ergebnis soll sich danach der Lärmschutz für die Anwohner verbessern. Doch der Geschäftsführer warnt vor Euphorie: „Das wird vielleicht ein Dezibel ausmachen.“

Zuvor hatten Anwohner mit Klagen aus Angst vor mehr Lärm das Genehmigungsverfahren verzögert. Die Verlängerung der Startbahn war 2006 beantragt und 2009 gebaut worden. Hintergrund war, dass sich im heißen Sommer 2006 etwa bei Flügen auf die Kanaren teure Zwischenlandungen gehäuft hatten. Die Flugzeuge hatten damals wetterbedingt nur wenig Kerosin mitführen dürfen. „Die Kerosinmenge wird für jeden Flug neu berechnet“, erläutert Cezanne. Sie hänge vom Leergewicht der Maschine, dem Gewicht der Passagiere und deren Gepäck, aber auch vom Wetter ab. Ist es sehr warm, müssten die Turbinen einerseits mehr Leistung bringen. Andererseits dürfe die Maschine nicht zu schwer sein – also auch nicht voll betankt werden –, damit sie am Startpunkt abheben kann. Eine Zwischenlandung zum Nachtanken kann nötig werden.

Die Zahl dieser Zwischenlandungen habe sich wieder reduziert. Zum einen habe sich die Technik der Flugzeuge verbessert, zum anderen waren die vergangenen Sommer nicht so heiß. „2014 gab es nur vier Zwischenlandungen“, teilte Cezanne mit. Es könne aber sein, dass sich dies wieder umkehre. „Wir haben derzeit keinen Druck, die Verlängerung nutzen zu müssen“, sagte Cezanne. „Das heißt aber nicht, dass wir es nicht machen wollen.“ Bei der nächsten Aufsichtsrat-Sitzung im Dezember werde über die neue Prioritätenliste für Ausgaben gesprochen.

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