Suche nach der Dachmarke Westfalen
Bild: Gog
Mehr als Korn und Pumpernickel? Mit dieser Frage hatten angehende Politikwissenschaftler der Universität Münster ihre Studie zu „Möglichkeiten und Grenzen einer Marke Westfalen“ überschrieben. Gestern wurde das Papier in Münster übergeben: (v. l.) Kim Ardoin, Anne Stock, Aaron Eucker, Dr. Karl-Heinrich Sümmermann und Dr. Niels Lange (beide Westfalen-Initiative), Christina Grabbe, Annalena Adam, Etienne Reissner, Niklas Book, Joris Duffner und der wissenschaftliche Leiter der Studie, Dr. Matthias Freise.
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 „Westfalen hätte schon vor 20 Jahren anfangen müssen, ein gemeinsames Konzept zu entwickeln, bevor seine Subregionen eigene starke Konzepte aufgebaut haben“, brachte es Anne Stock im Institut für Politikwissenschaft der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster auf den Punkt. Sie ist eine von 22 Studierenden, die auf Anregung der Westfalen-Initiative „Möglichkeiten und Grenzen einer Marke Westfalen“ ausgelotet haben.

65 persönliche Interviews mit Vertretern aus Politik, Verbänden, Unternehmen und Tourismusmarketing haben die jungen Leute in den vergangenen Wochen in allen Teilen Westfalens geführt. „Ihr Semesterticket haben sie bis an die Grenzen ausgenutzt“, machte Seminarleiter Dr. Matthias Freise deutlich.

Zuverlässigkeit und Bodenständigkeit der Menschen, die Innovationskraft des Mittelstands, qualitativ hochwertige Produkte, ansprechende touristische Ziele – all das macht Westfalen aus. Sicherlich. Daraus aber einen gemeinsamen Markenkern für den gesamten Landesteil zu entwickeln, das halten viele der Befragten für überflüssig. „In den Teilregionen gibt es bereits schlagkräftige Marketingkonzepte, die wesentlich zielgenauer eingesetzt werden können als dies mit einer Regionalmarke Westfalen möglich ist“, hörten die Studierenden häufig von ihren Interviewpartnern.

Besonders stark ausgeprägt ist das Regionalmarketing in OWL. Der Slogan „Ganz oben in NRW“ hat sich durchgesetzt. Überregional bekannt ist inzwischen auch der Werbespruch „It’s OWL“, mit dem sich die Region als Hightech-Standort profiliert.

Die Studie sei ein Füllhorn mit interessanten Anregungen, sagte der Vorsitzende der Stiftung Westfalen-Initiative, Dr. Karl-Heinz Sümmermann. Er will die Suche nach einer Dachmarke Westfalen fortsetzen, aber: „Mit diesem Bemühen kommen wir nicht gegen die Teilregionen voran, sondern nur gemeinsam mit ihnen!“

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