Verkaufsoffene Sonntage: Kommunen verunsichert
Archivbild: dpa

Im Münsterland wird erbittert derzeit gestritten, was das Thema Zulässigkeit von verkaufsoffenen Sonntagen betrifft, in Ostwestfalen-Lippe gibt es bisher keine Diskussionen.

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Um deren Bewertung wird nun intensiv debattiert. Denn: Diese müssen einer Entscheidung des Oberverwaltungsgerichts Münster vom Juni zufolge eine übergeordnete Rolle haben. Wenn mehr Menschen aufgrund der Ladenöffnungen kommen würden als anlässlich des Festes, ist der Verkauf an Sonn- und Feiertagen unzulässig, hieß es dort.

Verdi macht gegen verkaufsoffene Sonntage in Münster mobil

Eine Entscheidung, die die Gewerkschaft Verdi zum Anlass genommen hat, zunächst gegen verkaufsoffene Sonntage in der Stadt Münster mobil zu machen. In einem zweiten Schritt wurden nun die Landräte der Region aufgefordert, die Zulässigkeit der verkaufsoffenen Sonntage zu überprüfen. 95 davon gibt es im gesamten Münsterland. So weist es der Veranstalungskalender von Münsterland-Tourismus aus. Eine Stellungnahme des Kreises Warendorf zu dem Thema wird nicht vor Montag erwartet.

Wegen der allgemeinen Verunsicherung, die derzeit in den Kommunen herrscht, verzichtet die Stadt Warendorf bereits für dieses Jahr auf alle verkaufsoffenen Sonntage in der Adventszeit. Ahlen dagegen plant auch für 2017 noch im selben Umfang wie gewohnt.

In OWL bisher keine Diskussionen

„In der Frage der verkaufsoffenen Sonntage ist der Gesetzgeber gefordert“, sagt Jörg Beyer vom Handelsverband Ostwestfalen-Lippe. „Er muss Klarheit schaffen.“ Anders als im Münsterland gibt es in OWL nach seiner Aussage keine Diskussionen um das Thema. „Hier wird kein verkaufsoffener Sonntag ernsthaft in Frage gestellt.“ Beyer geht davon aus, dass Ordnungsbehörden und Räte, die die an Auflagen gebundenen Sonderöffnungen genehmigen mussten, „sauber gearbeitet“ haben. Verkaufsoffene Sonntage seien für einen lebendigen Einzelhandel und attraktive Innenstädte wichtig. „Die Verbraucherströme zeigen, dass der Bürger das haben möchte.“

Beyer bringt einen weiteren Aspekt ins Spiel: „Im Internet ist jeder Sonntag verkaufsoffen. Im stationären Handel ist das reglementiert. Die Politik muss sich ernsthaft fragen, ob das zeitgemäß ist.“ 

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