Waid-Genossen gegen grünes Jagdgesetz
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Das Landesjagdgesetz in Nordrhein-Westfalen soll nach Willen des Umweltministers Johannes Remmel (Grüne) überarbeitet werden.
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Nach Remmels Vorstellung soll etwa die Zahl jagdbarer Arten verkleinert, die Jagd in Schutzgebieten eingeschränkt und die Ausbildung von Jagdhunden beschnitten werden – Stand Dezember 2011. Aktuell will das Umweltministerium zu dem Thema keine weiteren Details nennen.

Bewährte Regelung beibehalten

Die im Mai gegründete Vereinigung der Waid-Genossen setzt sich aus sozialdemokratischen Jägern zusammen, die sich für einen Erhalt des bisherigen Gesetzes aussprechen. „Das Landesjagdgesetz hat sich bewährt. Es ist konsequent auf einen Ausgleich nachhaltiger Naturnutzung einerseits und klassischen Naturschutz andererseits ausgerichtet“, heißt es in einem kürzlich veröffentlichten Zwölf-Punkte-Programm der Waid-Genossen. Sie fordern eine Einbindung des NRW-Landesjagdverbands als größtem Vertreter der Jägerschaft im Land in die geplante Gesetzesänderung.

Runder Tisch hat Arbeit beendet

 „Es hat dazu  einen runden Tisch mit allen Beteiligten gegeben. Er hat seine Arbeit abgeschlossen“, sagte Wilhelm Deitermann, Pressesprecher im NRW-Umweltministerium, gegenüber der „Glocke“. Mit welchem Ergebnis blieb unklar. Der Minister werde sich zu der im Koalitionsvertrag verankerten Gesetzesänderung beim Landesjagdrecht derzeit nicht äußern, hieß es. „Das ist bei diesem emotional diskutierten Thema nicht hilfreich“, erklärte Deitermann. Er verwies auf die Einbringung des Gesetzentwurfs Ende des Jahres im Kabinett.

„Wild gehört in den Wald“

„Alle Novellierungsvorschläge, die bislang an die Öffentlichkeit gedrungen sind, stellen ein rein grünes Projekt dar“, kritisierte Uwe Lüders (44), Mitbegründer der Waid-Genossen und Rechtsanwalt in Dortmund.  Das durch Johannes Remmel in die Diskussion geratene Schlagwort „Wald vor Wild“ ist aus Lüders Sicht eine völlig falsche Zielsetzung. „Unsere Initiative steht für Wald mit Wild. Wild hat eine Daseinsberechtigung, es gehört in den Wald und ist Bestandteil der biologischen Vielefalt“, erklärte Lüders. Vernichtend fällt auch das Urteil der Waid-Genossen zur angedachten Kürzung der jagdbaren Arten aus. „Mir hat noch keiner erklären können, welchen positiven Effekt wir dadurch erreichen“, so Lüders. Ganz im Gegenteil gingen viele Tierarten durch so eine Maßnahme den Hegebemühungen der Jäger verloren.

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