Warnung vor dubioser Spendenpraxis
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Der Bielefelder Verein “Kinderkrebswerk für Deutschland“ steht wegen dubioser Spendenpraxis in der Kritik.
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Das DZI bewertet Vereine, gibt auf seiner Webseite potentiellen Spendern eine Orientierung und vergibt das Spendensiegel.

In der Bewertung des Bielefelder Vereins heißt es:

„Zwar besteht für Spenden sammelnde Organisationen keine Verpflichtung, dem DZI Auskunft zu erteilen. Das DZI bedauert jedoch, dass eine Organisation, die in der Öffentlichkeit um Unterstützung wirbt, nicht die Informationen zur Verfügung stellt, die die Spenderberatung zur Erarbeitung einer Auskunft für die interessierte Öffentlichkeit von ihr erbeten hat. Das DZI kann damit unter anderem nicht beurteilen, ob die Werbe- und Verwaltungsausgaben im vertretbaren Rahmen liegen.

Das Kinderkrebswerk für Deutschland e.V. wurde 2010 unter dem Namen Kinderkrebshilfe für Deutschland e.V. gegründet und 2011 in Kinderkrebswerk für Deutschland umbenannt. Dem DZI liegen Werbeschreiben des Kinderkrebswerks vor, die weitestgehend identisch sind mit Werbebriefen, die eine andere Organisation mit Anschrift in Bielefeld in früheren Jahren versendet hat. Auffallend ist in diesem Zusammenhang, dass beide Organisationen eine identische Telefonnummer und Straße in Bielefeld haben. Zudem enthalten beide Schreiben den nach Auffassung das DZI nicht eindeutigen Hinweis, wonach die Fördermitgliedschaft "automatisch" endet, wenn diese bis 14 Tage vor Ende der Förderung schriftlich gekündigt wird.

Zudem liegen uns Beschwerden über Anrufe im Namen des Kinderkrebswerks für Deutschland e.V. bei Privatpersonen vor, die sich zuvor nicht ausdrücklich mit dem Anruf einverstanden erklärt haben. Diese sogenannte Kaltakquise verletzt nach herrschender Rechtsauffassung die Privatsphäre und ist nach Kenntnisstand des DZI somit unzulässig. Zum Teil geben die Angesprochenen an, dass der Anrufer bereits über personenbezogene Daten wie die konkrete Bankverbindung verfügte.

Gemäß Pressemitteilung vom 11. März 2014 der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) in Trier - die in Rheinland-Pfalz zuständige Behörde für die Überwachung des Sammlungsgesetzes - hat die ADD dem Kinderkrebswerk für Deutschland e.V. sofort vollziehbar untersagt, Spendensammlungen sowie öffentliche Aufrufe zur Fördermitgliedergewinnung in Rheinland-Pfalz durchzuführen.

Zur Begründung heißt es in der Pressemitteilung der ADD, dass der Verein trotz mehrfacher Aufforderung seinen gesetzlichen Auskunftspflichten im sammlungsrechtlichen Verfahren nicht nachgekommen sei. Zudem wurden laut ADD keine  Hilfsmaßnahmen für betroffene krebskranke Kinder nachgewiesen, „sodass keine Gewähr für eine einwandfreie und zweckentsprechende Verwendung der Geldspenden gegeben ist“. Der Verein hat Widerspruch gegen die Verbotsverfügung eingelegt.

In Anbetracht der vorgenannten Hinweise kann das DZI eine Förderung der Organisation nicht empfehlen.“

Die Verantwortlichen des Vereins waren nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

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