Westfalen: Russland-Exporte sinken weiter
Traditionell ist Russland für heimische Maschinenbauer ein wichtiger Markt.

Das sagt Bodo Risch, Stellvertretender Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer (IHK) Nord-Westfalen in Münster. Ähnlich sieht es im Kammerbezirk Ostwestfalen aus. „Westfalen unterhält traditionell gute Geschäftsbeziehungen zu Russland“, erklärt Ines Ratajczak, Referatsleiterin International bei der IHK Ostwestfalen zu Bielefeld. Deshalb wirken sich die EU-Sanktionen hier besonders aus.

500 Unternehmen handeln mit Putin-Reich

Auf noch 400 Millionen Euro beziffert Risch das Exportvolumen in Nord-Westfalen für 2015. Im laufenden Quartal seien die Ausfuhren im Vergleich zum Vorjahr weiter um 21 Prozent geschrumpft. Jeweils 400 bis 500 Unternehmen aus beiden Kammerbezirken handeln mit den Russen.

So hat beispielsweise die Ernährungsgüterbranche laut Ratajczak besonders mit den politischen Vorgaben zu kämpfen. Der heimische Maschinenbau mit Unternehmen wie Claas (Harsewinkel) oder Haver & Boecker (Oelde) leidet unter der taumelnden Wirtschaft im Putin-Reich.

„In Russland gibt es längst riesigen Investitionsstau“, berichtet Ratajczak. Darum hält es die IHK-Außenhandels-Expertin für einen großen Fehler, sich jetzt für zwei, drei Jahre aus dem Russland-Geschäft zurückzuziehen. Lieber sollten die heimischen Firmen ihre Kontakte pflegen, so gut es eben gehe.

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