Immer einen Blick wert: Das AMG Performance Center im noblen Pekinger Einkaufsviertel Salitun. Kunden werden hier auf 380 Quadratmetern Fläche betreut. Bild: Mercedes
Kein Zufall also, dass die AMG-Modelle der G-Klasse auf der Peking Auto-Show ihre Weltpremiere feierten.
Mitten in bester Lage Pekings liegt die Salintun Mall im Salintun Village North. Englisch ist hier immer mehr auf dem Vormarsch. Das nagelneue Einkaufszentrum der Stadt, das selber so nobel wirkt wie die Marken, die es beherbergt, zieht die Massen, aber auch die Wohlhabenden des Landes an. Mit überwiegend schwarzen, zumindest dunklen Fronten, getönten Scheiben der Shops von Versace, Montblanc oder dem Apple-Store. Mittendrin – AMG: Ein weißer Empfangsthresen rechts, weiße Wände, an den Riesen- Flachbildschirme hängen.
Ein roter Sportwagen SLS steht auf der einen der beiden drehbaren Flächen, auf der anderen der neue G 63 AMG, die Achtzylinder- Version des Geländewagens. 380 Quadratmeter groß ist die Ausstellungsfläche, oben befinden sich Räume für die Verkaufsgespräche und eine edle Bar.
Herr Yan ist hier im ersten AMG Performance Center der Chef. „Konrad“ steht über den chinesischen Schriftzeichen auf seinem Namensschild. Wie viele westlich orientierte Bürger im Reich der Mitte hat er sich einen europäischen, ja sogar einen deutschen Zweitnamen gewählt. Geschult wurde „Konrad“ in der AMG-Zentrale in Affalterbach, nur wenige Kilometer von Stuttgart entfernt. Sein Arbeitstag geht bis 22 Uhr. „Die meisten unserer Kunden brauchen nicht zu arbeiten, stehen deshalb erst mittags auf, ziehen abends durch die Einkaufsviertel – und schauen dann auch bei uns vorbei“, erklärt „Konrad“. Und dass er täglich so 30 bis 40 Kunden hat, am Wochenende sind es schon mal so um die 100. Pro Tag.
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Der Preis der Autos spielt dabei keine, zumindest nicht die entscheidende Rolle. „Je teurer unsere Produkte sind, je exklusiver das Modell, desto größer das Interesse der Chinesen“, erzählt der schwedische AMG-Chef Ola Källenius im Gespräch mit dieser Zeitung. Kein Zufall also, dass die AMG-Modelle der G-Klasse auf der Peking Auto-Show ihre Weltpremiere feierten. „Wenn wir einem chinesischen Kunden den G 63 AMG für 136 000 Euro zeigen, ihm dann aber sagen, dass es einen G 65 AMG mit zwölf Zylindern gibt, will der das teurere Modell haben“, freut sich Källenius. Kein Wunder. Bei einem Verkaufspreis von dann rund 260 000 Euro.
Die Kundschaft ist übrigens jung: „So zwischen 25 und 35 Jahre sind die meisten“, erklärt „Konrad“ Yan und fügt mit einem Lächeln an: „Meist zahlt dann aber doch der Herr Papa“. Obwohl die sportliche Mercedes- Tochter erst seit 2007 in China vertreten ist, entwickelte sich der dortige Markt in diesem vergleichsweise kurzen Zeitraum schon zur Nummer 3 hinter den USA und Deutschland. Dass China die „Tabellenspitze“ bei den AMG-Verkaufszahlen übernehmen wird, ist daher keine
Frage – und wenn nur eine der Zeit. Wieder abgeben wird China seine Spitzenposition dann aber wohl nie wieder.

