Arteon - neues Flaggschiff der VW-Flotte
Bild: Staubach
Eigenständige Front mit zahlreichen Chromspangen und sehr großen Lufteinlässen. Die LED-Scheinwerfer sind Serie.
Bild: Staubach

Er ist von Hause aus besser ausgestattet und auf jeden Fall in einer etwas anderen (Preis-)Klasse unterwegs. Die Designer haben in der Tat gute Arbeit geleistet, verhalfen sie dem Arteon doch zu einem völlig eigenständigen optischen Auftritt. Und zwar mit einer die Breite betonenden Front und einer breiteren Spur, mit dem im Vergleich zum Passat um gleich fünf Zentimeter verlängerten Radstand, mit rahmenlosen Türen und einer coupéartigen Linienführung. 17 Zoll-Leichtmetallfelgen sind Serie, bis zu 20 Zoll große Räder (diese gehen übrigens nicht zu Lasten des Komforts und sind daher empfehlenswert) zu bekommen.

Die nach hinten abfallende Dachlinie geht in eine sehr große Glasfläche und dann in ein markantes Heck mit auffälligen LED-Rückleuchten über. Dass der Arteon keine Stufenheck-Limousine, sondern ein Fahrzeug mit gegen Aufpreis elektrisch betätigter Heckklappe ist, wird erst auf den zweiten Blick sichtbar. Die Passagiere in der zweiten Reihe profitieren vom längeren Radstand. Sie dürfen sich über eine beachtliche Beinfreiheit freuen und selbst Großgewachsene müssen nicht den Kopf einziehen. Erstaunlich ist das Kofferraumvolumen von 563 bis 1557 Liter, was in dieser Klasse seinesgleichen sucht und schon Kombi-Niveau erreicht.

Auf Passat-Niveau indes liegt der Innenraum des Arteon. Spätestens hier offenbart der in Emden produzierte neue VW nämlich seine Familienzugehörigkeit. Einzig den schicken, weil jetzt komplett unter Glas liegenden Touchscreen kannte man bislang noch nicht aus dem Passat (der aber bald damit ausgestattet wird).

Für erste Ausfahrten, zu denen VW nach Hannover eingeladen hatte, standen die beiden Top-Motorisierungen zur Verfügung. Der 280-PS-Benziner bringt den Arteon in nur 5,6 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100 und auf 250 km/h, der 2275 Euro teurere und mehr als 100 Kilogramm schwerere Diesel steht mit 6,5 Sekunden und 245 km/h in den Papieren. Beide überzeugten mit hervorragendem Geradeauslauf und äußerst geringer Geräuschentwicklung im Innenraum.

 

 

Daten & Fakten

In Maßen:

Radstand 2,83 m, Gepäckraumvolumen 563-1557 l, Leergewicht 1643-1828 kg, zul. Anhängelast (gebremst) 2200 kg.

Schalten & walten: Zunächst ausschließlich mit 7-Gang-DSG (Direktschaltgetriebe). Handschalter kommen später.

Was ist drin? Basisausstattung unter anderem mit 17-Zoll-Leichtmetallrädern, Klima- und Audioanlage, LED-Scheinwerfern, ergoComfort-Sitz für den Fahrer, Geschwindigkeitsregelanlage, Regensensor, Spurhalteassistent.

Preisgestaltung: Der Arteon-Aufschlag ist beachtlich: Ein Passat 2.0 TDI (150 PS, 6-Gang-DSG) ist ab 33 500 Euro zu haben, der vergleichbar motorisierte, aber besser ausgestattete Arteon ab 39 675 Euro.

Markteinführung: Ende Juni.

Sinnvolles Extra: Der Abstandsregelautomat ACC (450 Euro) hält nicht nur den Sicherheitsabstand zum Vordermann, sondern jetzt auch selbstständig Tempolimits ein.

Pluspunkte: attraktive Karosserie, üppige Beinfreiheit in der zweiten Reihe, geringes Geräuschniveau im Innenraum.

Minuspunkte: hohe Ladekante, sehr großer Wendekreis, Head-up-Display mit ausfahrender Glasscheibe statt Projektion auf Windschutzscheibe.

Was kommt noch? 1,5-l-Benziner (150 PS), 2,0-l-Diesel (190 PS), 2,0-l-Benziner

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