Allianz bombardiert Ziele in Südlibyen
Bild: AFP
Vom im Mittelmeer liegenden Flugzeugträger Charles de Gaulle aus starten französische Kampfflugzeuge zum Einsatz über Libyen.
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Nach Angaben aus libyschen Sicherheitskreisen bombardierte die Allianz unter anderem mehrere Ziele in der Stadt Sebha, 1000 Kilometer südlich von Tripolis. Auch ein Militärflughafen in Al-Dschufra, 800 Kilometer südlich der Hauptstadt, geriet unter Beschuss.

Angeblich französisches Kampfflugzeug abgeschossen

Die libysche Internet-Zeitung „Al-Watan“ meldete unterdessen, über Sirte, der Heimatstadt des libyschen Staatschefs Muammar al-Gaddafi, sei am Mittwochabend ein französisches Kampfflugzeug abgeschossen worden. Der Pilot habe sich retten können. Er sei nun ein Gefangener der libyschen Armee. Für diese Nachricht gab es allerdings keine Bestätigung von unabhängiger oder von staatlicher Seite.

Zweifel an Berichten über zivile Opfer

Die Staatsmedien meldeten, bei den Angriffen der Allianz in Tadschura seien auch zivile Ziele bombardiert worden. Das Fernsehen zeigte Bilder von Leichen, die zum Teil verkohlt waren. Oppositionelle bestritten, dass es sich dabei um die Leichen von Zivilisten handelt, die bei den Luftangriffen ums Leben gekommen seien. Die Regimegegner behaupten bereits seit Beginn der Luftangriffe zur Durchsetzung der Flugverbotszone über Libyen, die Berichte der Staatsmedien über angebliche zivile Opfer seien falsch. Die Bodentruppen Gaddafis und die Rebellen kämpfen derzeit vor allem in der östlichen Stadt Adschdabija und in Misurata gegeneinander.

Merkel fordert härtere Wirtschaftssanktionen

Im Bundestag verlangte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am Donnerstag vom bevorstehenden EU-Gipfel härtere Wirtschaftssanktionen gegen das Regime von Libyens Machthaber Muammar al-Gaddafi. In einer Regierungserklärung unmittelbar vor dem Treffen in Brüssel forderte sie ein „komplettes Ölembargo und weitreichende Handelseinschränkungen“ gegen Libyen. „Ich hoffe, dass wir in diesem Punkt endlich eine gemeinsame Haltung erreichen.“

Merkel verteidigte vor dem Bundestag erneut die deutsche Enthaltung bei der Libyen-Resolution vor dem UN-Sicherheitsrat. weiterhin gebe es „Bedenken hinsichtlich der militärischen Umsetzung der Resolution“. „Aber auch wenn das so ist: Die Bundesregierung unterstützt die Ziele, die mit dieser Resolution verabschiedet wurden, uneingeschränkt.“ Deutschland hoffe auf einen schnellen und vor allem „nachhaltigen Erfolg“.

Die Kanzlerin rechtfertigte auch die Entscheidung, deutsche Soldaten für Awacs-Überwachungsflüge über Afghanistan bereitzustellen. Auf diese Weise will Deutschland die Nato-Partner beim Libyen-Einsatz entlasten. 

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