Brennelemente weg, NRW-Minister alarmiert 
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Hier sind die 2300 fehlenden Brennelementekugeln nicht: Schachtanlage Asse bei Wolfenbüttel.
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Die nordrhein-westfälische Wissenschaftsministerin Svenja Schulze (SPD) vermutet, dass ein Teil der Brennelementekugeln "allem Anschein nach" im früheren niedersächsischen Forschungsbergwerk Asse eingelagert wurde, wie aus ihrer Antwort auf eine Kleine Anfrage der Grünen hervorgeht, über die auch das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" berichtet. In der Asse durften nur schwach und mittelradioaktive Abfälle gelagert werden - keine Brennelemente.

Bundesamt für Strahlenschutz überrascht

Das für die Asse seit 2009 zuständige Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) in Salzgitter zeigte sich von Schulzes Annahme überrascht. Aus den Unterlagen des alten Asse-Betreibers, dem Helmholtz Zentrum München, gehe nicht hervor, dass die jetzt vermissten Kugeln in dem Bergwerk bei Wolfenbüttel lagern, sagte ein Sprecher am Sonntag. Es sei nicht nachvollziehbar, dass der Betreiber der Jülicher Anlage und die Landesaufsicht nicht Auskunft geben könnten, "wo die abgebrannten Kernbrennstoffe verblieben sind".

Die Grünen sprachen von einem Skandal. Möglicherweise seien die Kugeln "illegal und falsch deklariert in der Asse entsorgt worden" und dort jetzt ein wesentlicher Teil des milliardenschweren Problems in dem Endlager, sagte der Dürener Bundestagsabgeordnete Oliver Krischer.

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