FDP: Westerwelle ist zum Rückzug bereit
Den FDP-Parteivorsitz könnte er abgeben, Außenminister will er bleiben: Guido Westerwelle.

Der Parteichef werde eine so wichtige Frage nicht auf seiner Asien-Reise entscheiden. "Da gehen doch einigen die Gäule durch", ließ Westerwelle erklären. Der Außenminister wird am Sonntag von einer Reise nach China und Japan zurückerwartet.

Außenminister und Vize-Kanzler will Westerwelle aber unter allen Umständen bleiben, wie aus Parteikreisen verlautete. Die Nachfolge als Parteichef dürfte im Fall seines Rückzuges auf Gesundheitsminister Philipp Rösler oder Generalsekretär Christian Lindner zulaufen. Sollten die beiden nicht antreten, will Justizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger den Hut in den Ring werfen. Der Vertreterin des linksliberalen FDP-Flügels werden aber kaum Chancen eingeräumt.

Eine Vorentscheidung dürfte bei der Präsidiumssitzung am Montag fallen. Aus dem Umfeld des Gesundheitsministers wurde dementiert, dass bereits die Würfel für eine Kandidatur Röslers gefallen seien. NRW-Landeschef Daniel Bahr sagte: "Wir sind uns unserer Verantwortung bewusst und arbeiten alle gemeinsam an einer Teamlösung."

Die seit Monaten schwelende Führungskrise war nach der FDP-Niederlage bei den Landtagswahlen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz eskaliert. Westerwelle hatte unmittelbar nach den Wahlniederlagen einen Rücktritt abgelehnt. Der 49-jährige Außenminister, der die FDP seit zehn Jahren führt, hatte sich bislang stets gegen die Trennung der Ämter von Parteichef und Außenminister ausgesprochen. Inzwischen ist der Druck aus der Partei so groß geworden, dass Westerwelle befürchten muss, auch sein Regierungsamt zu verlieren. Mitte Mai wird die FDP-Führung auf einem Parteitag in Rostock neu gewählt.

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