Gauck soll Bundespräsident werden
Joachim Gauck soll Bundespräsident werden.

Merkel sagte, sie verbinde mit Gauck, der in der DDR als Bürgerrechtler aktiv war und nach der Wende die Stasi-Unterlagenbehörde leitete, vor allem die gemeinsame Vergangenheit in der DDR. Für Gauck habe sich der Weg von der Kirche in die Politik von fast alleine ergeben. Ihn zeichne aus, ein "wahrer Demokratielehrer" geworden zu sein. Außer Merkel und Gauck nahmen auch die Parteivorsitzenden Sigmar Gabriel (SPD), Philipp Rösler (FDP), Claudia Roth, Cem Özdemir (beide Grüne) und Horst Seehofer (CSU) an der Pressekonferenz teil.

Gauck: Bin kein Supermann

Gauck selbst war während der Presskonferenz sichtlich bewegt. Er sei kein "Supermann" und müsse sich die Vorschusslorbeeren erst verdienen. Er sei überwältigt und verwirrt. Der Anruf der Kanzlerin habe ihn im Taxi erreicht, sagte der Theologe.

CDU/CSU lenkten in den Verhandlungen ein, um einen drohenden Koalitionsbruch abzuwenden. Zuvor stand die Koalition am Rande eines Scheiterns. Merkel machte innerhalb der Unionsspitze deutlich, dass sie Gauck, der 2010 gegen den am Freitag zurückgetretenen Christian Wulff verloren hatte, nicht unterstützen wolle. Die FDP-Spitze um Philipp Rösler hielt aber an Gauck fest. Damit hätte die Union in der Bundesversammlung, die den Präsidenten wählt, keinen eigenen Kandidaten durchbringen können. Denn auch SPD und Grüne unterstützen Gauck.

Favorit der Bürger

Gauck ist nach mehreren Umfragen klarer Favorit der Bürger. Rund jeder Zweite hält ihn für geeignet. Die FDP hatte sich völlig überraschend einstimmig hinter Gauck gestellt und damit die Union düpiert. Der FDP-Vorstoß löste heftige Reaktionen im Unionslager aus.

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