Haftbefehl gegen Onkel nach Kindermord
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Chiara und Sharon haben ihre letzte Ruhre gefunden. Die Schwestern aus Krailling wurden ermordet.
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In den Vernehmungen habe der 50-Jährige aber kein Geständnis abgelegt, sagte der Leiter der Sonderkommission, Markus Kraus, am Samstag in München. Auch das Motiv sei bislang völlig unklar.

Nach übereinstimmenden Medienberichten soll der grausamen Bluttat ein Erbschaftsstreit vorausgegangen sein. Der Tatverdächtige hat demnach selbst vier Kinder und seit einem Hausbau hohe Schulen. Seine Frau erkrankte an Brustkrebs, einem Sohn musste ein Teil einer Leber verpflanzt werden, wie Zeitungen weiter berichteten. Die Polizei äußerte sich zu diesen Hintergründen nicht.

DNA-Spuren führten zum Verdächtigen

Die Ermittler waren dem angeheirateten Onkel, der sich ohne Widerstand festnehmen ließ, mit DNA-Spuren vom Tatort auf die Spur gekommen. Sharon und Chiara waren in der Nacht zum 24. März in ihren Kinderzimmern umgebracht worden. Die Mutter entdeckte ihre leblosen Kinder, als sie von der Arbeit in einer rund 100 Meter entfernten Gaststätte nach Hause kam.

Die Ermittlungen ergaben vielfältige Gewaltspuren an beiden Kindern, aber kein Sexualdelikt. "Aufgrund der Spurenlage besteht ein dringender Tatverdacht", sagte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft München II, Andrea Titz. Das Mordmerkmal sei Heimtücke. "Wir gehen davon aus, dass er die Arglosigkeit und Wehrlosigkeit der Opfer ausgenutzt hat."

Ob der Täter die Mädchen im Schlaf überraschte, wollten die Ermittler nicht sagen. Auch zum Tatablauf gaben sie keine Details preis.

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