Koch-Mehrin tritt von allen Ämtern zurück
Tritt nach Plagiatsvorwürfen zurück: Silvana Koch-Mehrin (FDP).

Koch-Mehrins Rücktritt vorausgegangen war ein Bericht des Berliner „Tagesspiegels“, dem zufolge ihre Universität Heidelberg, die die Vorwürfe prüft, den Doktortitel aberkennen will. Grund seien mehrere festgestellte Plagiate. Die FDP-Politikerin hatte 1999 eine wirtschaftshistorische Dissertation an der Universität Heidelberg eingereicht und 2001 veröffentlicht.  In ihrer Arbeit "Historische Währungsunion zwischen Wirtschaft und Politik" ging es um die lateinische Münzunion.

Plagiatstellen auf 56 von 201 Textseiten

Einer Untersuchung der Internet-Plattform „VroniPlag Wiki“ zufolge hat Koch-Mehrin gezielt abgeschrieben. „Bis zum jetzigen Zeitpunkt wurden auf 56 von 201 Textseiten Plagiatstellen nachgewiesen. Dokumentiert sind Textübernahmen aus insgesamt 15 verschiedenen Quellen“, heißt es in dem Bericht.

Guttenberg hat bewusst getäuscht

Der frühere Verteidigungminister Guttenberg begründete die Plagiatsstellen in seiner Doktorarbeit mit massiver Überlastung und der Angst vor dem Versagen, wie am Mittwoch bei der Vorstellung des Abschlussberichts der Universität Bayreuth zu seinem Fall deutlich wurde. Doch für die Autoren von der Uni-Kommission „Selbstkontrolle in der Wissenschaft“ steht fest: Der CSU-Politiker hat vorsätzlich getäuscht. 

Einen Kommentar zu den aktuellen Plagiatsfällen, die Auswirkungen des Koch-Mehrin-Rücktritts auf die FDP und Einzelheiten zum Guttenberg-Bericht in der Donnerstag-Ausgabe der „Glocke“.

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