Neubau an der Strengerstraße geplant
Ansicht: Loomn Architektur Visualisierungen
Auf der Ecke von Ernst-Buschmann- und Strengerstraße soll ein moderner Neubau mit einem Biomarkt im Erdgeschoss errichtet werden. Die Architektur orientiert sich am Kolbeplatz und beim Dach an der Nachbarbebauung.
Ansicht: Loomn Architektur Visualisierungen

Das künftige Gebäude, das in seiner Anmutung den unlängst am Kolbeplatz hinzugekommenen Wohn- und Geschäftshäusern ähnelt, schließt an das denkmalgeschützte Fritzenkötter-Gebäude und auf der anderen Seite an das Haus mit dem Café Miner’s an. Ins Erdgeschoss soll ein Denn’s-Biomarkt einziehen. Büro- und Praxisflächen sind im ersten Obergeschoss vorgesehen, acht bis zehn Wohnungen in den Obergeschossen zwei und drei.

Hinter dem Projekt steht die Herforder Unternehmerfamilie Dickenbrok, die nach Herford und Bielefeld damit erstmals in Gütersloh investiert. „Mit dem Abschluss der Genehmigungsplanung erwarten wir, in Abstimmung mit der Bauverwaltung der Stadt Gütersloh und den Nachbarn, zeitnah die Baugenehmigung zu erhalten“, sagte Carsten Dickenbrok der „Glocke“. Das Investitionsvolumen bezifferte er auf rund fünf Millionen Euro.

Die Pläne stammen aus dem Gütersloher Büro Hauer Architekten, das damit auch den dritten Zugang zum Kolbeplatz prägt. Walter Hauer zeichnete schon für das Gebäude mit dem „Bankery“ und die beiden Neubauten an der Eickhoffstraße planerisch verantwortlich.

Dickenbrok hat mit der aus Süddeutschland stammenden und stark expandieren Biomarkt-Kette Denn’s schon einen Vertrag unterschrieben. Die Kette unterhält nach Internet-Angaben derzeit 140 Bio-Supermärkte in Deutschland, nahezu wöchentlich kommt ein neuer hinzu. Ein gute Kaufkraft, eine hohe Zentralität und die Bevölkerungsstruktur sind laut Expansionsleiter Ralph Bruhne Gründe, die für den Standort Gütersloh sprechen. Außer 425 Quadratmetern Verkaufsfläche wird der Markt noch Neben- und Lagerflächen belegen. Auch ein Backshop mit einen Bistrobereich ist geplant.

Insgesamt bietet das Gebäude 2000 Quadratmeter Nutzfläche. Die Wohnungen bleiben nach aktuellem Stand im Eigentum und sollen vermietet werden. Bei der Planung wurde laut Dickenbrok großer Wert auf einen gelungenen Übergang zu den Nachbargebäuden, insbesondere zu Fritzenkötter, gelegt. Deswegen erhält das Gebäude auch ein Satteldach. Die bestehenden Keller sollen erhalten bleiben und in den Neubau integriert werden.

Dickenbrok sprach von einem Abriss und Baubeginn in der zweiten Jahreshälfte. Als Knackpunkt könnten sich allerdings die derzeitigen Mieter erweisen. Nach Informationen der „Glocke“ hat beispielsweise Foto Ramhorst noch einen längerfristigen Mietvertrag und will die Geschäftsräume nicht so schnell räumen. Der Inhaber war am Freitag nicht zu erreichen. Dickenbrok räumte ein, dass noch keine Einigkeit bestehe.

Zwei Biosupermärkte

Bauherr Carsten Dickenbrok und der Expansionsleiter seines künftigen Mieters, Ralph Bruhne, gehen nicht ohne Grund zu diesem Zeitpunkt vor Erteilung einer Baugenehmigung mit ihrem Bauvorhaben an die Öffentlichkeit. „Wir haben uns für Gütersloh entschieden und einen unterschriebenen Vertrag“, sagte Bruhne der „Glocke“. Der Biosupermarkt der Kette Denn’s steht in direkter Konkurrenz zu Entwicklungen im Quartier zwischen Kaiser- und Eickhoffstraße. Einen Steinwurf von der Strengerstraße entfernt bemüht sich der neue Eigentümer der früheren Wellerdiek-Immobilien, Ludger Westkämper, darum, auf einer Teilfläche des ehemaligen Möbelhauses ebenfalls einen Superbiomarkt einer Kette aus Münster unterzubringen. Bebauungsplan und Veränderungssperre hindern ihn daran.

Für die Sitzung des Planungsausschusses am Dienstag nächster Woche haben SPD und BfGT beantragt, die Sperre zu überprüfen. Westkämper: „Der Superbiomarkt hat großes Interesse und könnte binnen drei Monaten einziehen, wenn die Stadt die Genehmigung erteilt.“ Zwei Biosupermärkte keine 200 Meter voneinander entfernt würden sich allerdings wohl gegenseitig das Leben schwer machen.

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