Paten machen Menschen Zeit zum Geschenk
Bild: Hübl
Hilfe im Familienalltag: Für den Einsatz der ehrenamtlichen Patin muss die Chemie stimmen, wie hier bei (v. l.) Annika, Gabriele Mefus, Niels, Lukas und Monique Piek.
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Die Familie Piek ist vor einiger Zeit nach Oelde gezogen und hat dort ein Haus gebaut. Die nächsten Verwandten wohnen in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern und so ist die dreifache Mutter, deren Mann beruflich stark eingespannt ist, häufig mit den Kindern allein. Und genau da setzt das Programm „Patenzeit“ des Sozialdienstes katholischer Frauen im Kreis Warendorf an. „Wir vermitteln ehrenamtliche Patinnen in Familien, um sie in ihrem Alltag zu unterstützen“, sagt Diplom-Pädagogin Nadine Deiters. Ob die Eltern allein einen Arztbesuch wahrnehmen, ungestört einkaufen oder einfach einmal ein bisschen Zeit für sich haben wollen – die Patinnen springen ein. Auch wenn es um die Organisation des Familienlebens oder Behördengänge geht, stehen sie mit Rat und Tat zur Seite.

Sozialdienst katholischer Frauen

Dafür werden sie vom Sozialdienst katholischer Frauen intensiv geschult. So wie Gabriele Mefus, die vor gut einem Jahr auf dieses Angebot aufmerksam wurde. „Ich habe sofort gedacht, das ist etwas, was zu mir passt“, erinnert sich Mefus. „Und dann habe ich mich zu einem Patenkursus angemeldet, denn es gibt nichts Schöneres, als anderen Menschen Zeit zu schenken.“ Dass sie zur Familie Piek kam, war kein Zufall. „Wir vermitteln unsere Patinnen passgenau“, erklärt Nadine Deiters. „Schließlich sollen beiden Seiten etwas davon haben. Wir schauen uns die Familien und unsere Patinnen genau an und wenn wir glauben, dass sie zusammenpassen könnten, organisieren wir den ersten Kontakt.“ Im Fall von Familie Piek und Gabriele Mefus war der gleich erfolgreich. „Die Chemie hat sofort gestimmt“, sind sich beide Frauen einig. Nicht nur Monique und Gabriele verstanden sich auf Anhieb, auch Lukas (9), Annika (4) und Niels (2) mochten die Patin gleich leiden. Für sie ist sie eine Freundin, die mit ihnen spielt, bastelt oder vorliest. Und ihre Mutter kann in den drei Stunden, in denen Gabriele Mefus da ist, erledigen, was im Familienalltag sonst auf der Strecke bleibt.

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