Radioaktive Pfützen an vier Reaktorblöcken
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Die Lage am Atomkraftwerk Fukushima spitzt sich zu.
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Trotz des verzweifelten Kampfs gegen die atomare Super-Katastrophe spitzt sich die Lage in Fukushima zu. Zwei Reaktoren des Atom-Wracks waren am Freitag ohne jede Kühlung. An mehreren Stellen stand das Wasser, das 10.000-fach stärker strahlte als gewöhnlich. "Die Regierung tut das Äußerste, um die Situation unter Kontrolle zu bringen", versicherte Japans Ministerpräsident Naoto Kan zwei Wochen nach dem Groß-Beben.

Radioaktivität in Deutschland gemessen

In Deutschland kamen minimale Mengen Radioaktivität aus Japan an. Die Umweltorganisation Greenpeace forderte, die AKW-Havarie auf die höchste Stufe der internationalen Atomunfallskala einzuordnen. Das wäre Stufe 7 der Bewertungsskala für nukleare Ereignisse (INES). Aus der Atomanlage seien schon jetzt entsprechend große Mengen an Radioaktivität entwichen, teilte Greenpeace mit.

Super-Gau laut Experten bereits eingetreten

Die japanischen Behörden sprechen bisher nur von Stufe 5. Andere Atom-Experten meinten aber auch bereits, der Super-Gau sei schon da. Radioaktiv belastetes Wasser stoppte die Einsätze der Arbeiter an den Reaktoren 1 und 2, wie die Nachrichtenagenturen Kyodo und Jiji Press berichteten. Es wurde im Untergeschoss der Turbinenräume entdeckt - genau wie am Donnerstag bei Block 3. Die Techniker mussten sich zurückziehen.

Wind treibt radioaktive Partikel auf das Meer

In den nächsten Tagen treibt der Wind die radioaktiven Partikel aus den Unglücksreaktoren Meterologen zufolge auf das offene Meer - und nicht etwa in Richtung der Millionenstadt Tokio. Eine Notwendigkeit, die 20-Kilometer-Evakuierungszone um das AKW auszuweiten, sieht Japans Regierung weiter nicht. Regierungssprecher Yukio Edano empfahl jedoch den Menschen im 30-Kilometer-Radius, freiwillig in weiter entfernte Regionen zu gehen.

Mehr als 10.000 Tote

Die Zahl der Opfer nach Beben und Tsunami hat nach Medienberichten inzwischen die Marke von 10.000 Toten überschritten. Der Fernsehsender NHK berichtete von 10.035 Opfern am Freitagmorgen (Ortszeit). Rund 17.500 Menschen gelten als vermisst. Noch immer leben mehr als 240.000 Menschen in Notunterkünften. Es fehlt weiter an Wasser, Heizmaterial, Treibstoff und Medikamenten.

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