Terror erschüttert Norwegens Hauptstadt
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Eine Explosion hat am Freitgnachmittag das Regierungsviertel in Norwegens Hauptstadt Oslo erschüttert. Es gab Tote und Verletzte.
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Bei den Anschlägen wurden zudem zahlreiche Menschen verletzt. Die Polizei nahm einen Verdächtigen fest. Sie vermutet die Drahtzieher der Anschläge im Inland und hatte zunächst keine Hinweise auf Verbindungen zum internationalen Terrorismus. Wahrscheinlicher sei eine lokale Variante, die sich gegen das politische System wende, meldete die Nachrichtenagentur NTB. Am späten Abend teilte Justizminister Knut Storberget mit, dass es sich bei dem Festgenommenen um einen Norweger handele. Beide Attacken hingen laut Polizei zusammen.

Regierungsgebäude verwüstet

Die Wucht der Detonation im Zentrum Oslos verwüstete mehrere Gebäude, darunter den Sitz von Ministerpräsident Jens Stoltenberg. Der Regierungschef wurde jedoch nicht verletzt. „Die Situation ist sehr ernst“, sagte der 52-jährige Sozialdemokrat in einem TV-Interview – aus Sicherheitsgründen wurde sein Aufenthaltsort geheim gehalten. Laut Stoltenberg waren alle Regierungsmitglieder wohlauf.

Wenige Stunden nach dem Attentat in Oslo kam es zu dem Blutbad auf der Insel Utøya in einem See nahe der Hauptstadt. Stoltenberg sagte am späten Abend auf einer Pressekonferenz, die Zahl der Toten könne auch höher als zehn sein. Bei dem fünftägigen Camp sollte auch Stoltenberg einen Auftritt haben.

Der auf Utøya verhaftete Mann wurde am Abend verhört. Er soll vor den Schüssen auf der Insel in Oslo gesehen worden sein, teilte die Polizei mit. Es sei noch nicht sicher, welche Waffen er benutzt oder ob er bei den Anschlägen alleine gehandelt habe.

In dem Hochhaus mit Stoltenbergs Büro im obersten Stockwerk sind mehrere Ministerien untergebracht. Das Erdgeschoss sei „wie weggeblasen“, berichteten Augenzeugen. Das Energie- und Ölministerium ganz in der Nähe sei am schlimmsten verwüstet worden. Auch die Zentrale der Boulevardzeitung „VG“ wurde durch die Explosion teilweise zerstört und dann evakuiert.

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