Verzweifelter Kampf gegen Leck im Kraftwerk
Vom Wasser aus kämpfen die Arbeiter gegen die Folgen der Atomkatastrophe.

Die Wassermassen in verschiedenen Teilen der Atomruine hindern die Arbeiter daran, die Kühlung der Reaktoren in Gang zu bringen. Die Flüssigkeit, die Tepco kontrolliert ableiten will, strahlt nach Angaben des Unternehmens nur schwach. Wie der Energiekonzern am Montag mitteilte, liegt die Radioaktivität des Wassers um das 100-Fache über dem gesetzlichen Grenzwert.

Alle Versuche, das Leck abzudichten, gescheitert

Die unter Lebensgefahr arbeitenden Helfer konnten bisher nicht herausfinden, über welchen Weg Wasser unkontrolliert ins Meer strömt. Versuche, das Leck mit Hilfe chemischer Bindemittel zu stopfen, scheiterten. Das Wasser hatte sich im Untergeschoss des Turbinengebäudes von Reaktor 2 sowie in einem tunnelförmigen Verbindungsrohr angesammelt. Am Wochenende war zunächst versucht worden, den 20 Zentimeter langen Riss in der Wand eines Kabelschachtes am Ende des Rohrs mit Zement zu schließen. Als dies nichts brachte, gossen die Männer durch ein Loch ein chemisches Bindemittel, das zusätzlich mit Sägemehl und geschredderten Zeitungen angereichert wurde, in das Verbindungsrohr. Doch auch dies zeigte keine Wirkung. Daraufhin kippten die Arbeiter am Montag ein weißes Pulver in das tunnelförmige Verbindungsrohr, um über die Färbung den Verlauf des Wassers aufzuspüren. Doch auch nach Stunden wurde an dem Riss kein gefärbtes Wasser festgestellt.

Wasser bei Kernschmelze verstrahlt

Das in dem Kabelschacht angesammelte radioaktiv verseuchte Wasser stammt vermutlich aus dem Reaktor Nummer 2, wo es bei den Kernbrennstäben zu einer Kernschmelze gekommen war. Die Verstrahlung des im Kabelschacht gefundenen Wassers mit Jod-131 liegt laut Tepco um das 10 000-Fache über der gesetzlich vorgeschriebenen Höchstgrenze.

Gemüse und Pilze verstrahlt

Doch offensichtlich entweicht nicht nur über das Wasser Radioaktivität in die Umwelt, sondern auch über die Luft. Auch mehrere Gemüsesorten sind bereits verstrahlt und dürfen auf Weisung der Behörden nicht mehr verkauft werden, was die Landwirtschaft schwer trifft. In der Unglücksprovinz Fukushima, wo auch das havarierte Kernkraft liegt, sind nun auch in Shiitake-Pilzen radioaktive Substanzen gefunden worden. Die Provinzregierung wies 23 Pilzbauern an, keine der Pilze auszuliefern.

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