Wi willt hieraoden!
Karikatur: Uwe Gehrmann
Sie dürfen die Braut jetzt küssen: Sommerzeit ist Hochzeitszeit. Dazu gehört selbstverständlich ein Polterabend und ein Junggesellen- beziehungsweise Junggesellinnenabschied.  
Karikatur: Uwe Gehrmann

De unwiese Karnevalstied in Biäckem was lange vörbi. De Sunnenblomenkostüme von Sarah (S) un Julia (J) höngen all lange wier in’n Klederschapp un – Rumskedi! – et blaiheden üöwerall richtige Sunnenblomen. Sarahs Karnevalsbüll – Sarah was von en Bömsken an’n Kopp druopen woren – was vullstännig afheelt, un äs de Hiärfst in’t Land trock, dao was egentlick von den Karneval bloß eens bliebben: Lars (L), de Karnevalsbuer. Wu dat so is: Sarah un Lars wören sick naiger kummen un wanners enig woren. Se hadden iähre Pludden bineen smietten un wören in ene Wuhnunk in Üöle tesammen trocken. Kuott vör Wiehnachten wören Thomas (T) un Sarahs Twiesse Julia up Besök.

L: Sitt’t ji alle? T: Wat is dat dann för ‘ne dämlicke Fraoge? Du sühst doch, dat wi sitt’t!

S: Lars wull doch bloß siecker sien, dat ji nich vör Schreck lang henslaohen künnt. Wi willt ju doch wat vertellen. Julia reet de Augen laoß: „Is bi ju wat Lüttket unnerwäggens?“

L: Nä, dat nich! Viell leiger!

S: Wi willt hieraoden!

T: Hieraoden?!? Dat kann enen ja würklick von’e Beene hauen!

J: Ja, dat sind doch äs gutte Nieigkeiten! De iärste Hochtied in usse Clique!

T: Wat hadden ji dann dacht, wann de Hochtied sien sall?

S: Naichst Jaohr Anfank Oktober. L: Dann sind kine Ferien, kine Schützenfeste, kine Kiärmissen…

T: … kin Karneval …

S: … un et is nich so heet, un mehrstied is auk noch schön Wiähr.

L: Wi willt ‘ne richtige Hochtied maken met allem drüm un dran: met Polteraobend ...

J: Kin Junggesellenafschied in Mönster met dine Kumpels?

S: Nä! Wi häfft us dat anners üöwerleggt. Wi makt ‘n Polteraobend. Schäören brenget Glück. Ick häff nie haort, dat Unwies-Wiärks-Maken bi’n Junggesellenafschied Glück brengen sall, un Glück künnt wi gutt bruken.

T: Willt ji dann auk kiärklick hieraoden?

L: Natürlick! De Hochtied in’n Oktober i s de kiärklicke Hochtied. De standesamtlicke Hochtied makt wi ‘n paar Wiäcken fröher.

J: Wenn ick mi dat so vörstelle: mine Twiesse kümp äs Brut in Witt ut’e Kiärk, iähren Brühm tieggen sick, de beiden giefft sick ‘n Mülken, de Naoberblagen haollt ‘n Strick, üm von den Brühm ‘n bittken Geld te kriegen. Un aobends nao’t Iäten wät de Brut entführt, un de Brühm mott sine Brut söken …

T: … un midden in’e Nacht giff’t ‘nen Sleierdanz, un för ‘n Daler draff jedereen met de Brut danzen, domet de Brut auk ‘n bittken Husholtsgeld för de iärste Wiäcke hät.

S: Un wenn ick dann den Brutstruk ächten üöwer den Kopp wegsmiet, dann mott Julia uppassen, dat se den Struk upfänk.

L: Ji sind doch wull de naichsten!

T: Nu äs wat anners! Wenn ji so traditionell hieraoden willt, wu süht dat met ‘ne Verlobunk ut?

S: Dao geiht’t doch vonaobend egentlick üm! De Verlobunk sall naichsten Rausenmaondag sien.

J: Dat is ‘n gutten Termin! Dann mött’t wi weinigstens nich nao’n Rausenmaondagszug hengaohen.

T: Un dann könnt us auk kine Bömskes an’n Kopp smietten wären.

L: Dat sall enfach bloß ‘ne schöne Familgenfier wären.

S: Bi us te Hus.

J: Wiett’t usse Öllern dat all?

S: Siecker doch. De häfft owwer noch nicks wiedervertellt.

T: Du Lars, aolle Frönd! Dat kümp mi alle so plötzlick. Jüst sind wi noch up’n Karneval west un – Rumskedi! – bis du all half verhieraot’t. Häss du di dat auk gutt üöwerleggt?

L: Du, Thomas, aolle Frönd! Denk du leiwer an di söwst un dat, wat di blaihet, wenn Julia dat Brutstrüksken von Sarah upfangen hät!

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