Corona-Pandemie hinterlässt Spuren auf NRW-Ausbildungsmarkt



Düsseldorf (dpa/lnw) - Die Corona-Pandemie hat auch in diesem Jahr deutliche Spuren auf dem nordrhein-westfälischen Ausbildungsmarkt hinterlassen. Die Zahl der gemeldeten Ausbildungsstellen lag 2021 mit knapp 107.000 um 11 Prozent niedriger als im Vorkrisenjahr 2019. Die Zahl der Bewerberinnen und Bewerber ging im selben Zeitraum sogar um 16,3 Prozent auf knapp 108.000 zurück, wie die Regionaldirektion Nordrhein-Westfalen der Bundesagentur für Arbeit am Donnerstag mitteilte.

Vor allem Bewerberinnen und Bewerber mit höherwertigen Schulabschlüssen hätten sich im aktuellen Ausbildungsjahr seltener bei den Agenturen für Arbeit gemeldet als in den Vorjahren, berichtete der Chef der NRW-Regionaldirektion Torsten Withake. Dagegen sei die Zahl der Ausbildungsinteressierten mit Hauptschulabschluss nur gering gesunken.

Insgesamt zog Withake trotz der rückläufigen Zahlen eine positive Bilanz. «Das System der dualen Ausbildung hat sich auch in der Krise bewährt», betonte er. Die Unternehmen investierten trotz wirtschaftlich unsicherer Zeiten in Ausbildung. Nach dem Corona-Knick sei mittlerweile eine Aufhellung auf dem Ausbildungsmarkt erkennbar. In den Sommermonaten habe der Ausbildungsmarkt wieder an Dynamik gewonnen. Ein spürbarer Aufholeffekt habe eingesetzt.

«Die Chancen für alle, die noch auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz sind, stehen nicht schlecht. Wir hatten in den vergangenen Jahren bereits in vielen Branchen Fachkräfteengpässe und in vielen Unternehmen in NRW gibt es noch Ausbildungsangebote, die in diesem Jahr besetzt werden sollen», sagte Withake.

Ende September gab es im bevölkerungsreichsten Bundesland der Arbeitsagentur zufolge noch 11.440 freie Ausbildungsstellen, rund 4,4 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Die Zahl der unversorgten jungen Menschen nahm dagegen um 21,4 Prozent auf knapp 7000 ab.

Die Nachwirkungen der Coronavirus-Pandemie werden auf dem Ausbildungsmarkt Withake zufolge aber auch im kommenden Jahr noch spürbar sein. Die gesunkene Zahl der Bewerber deute darauf hin, dass etliche Jugendliche durch Corona zunächst keine Ausbildung aufgenommen hätten. «Wir rechnen damit, dass im kommenden Jahr verstärkt junge Menschen auf uns zukommen werden», sagte er.

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