Woelki: «Ich habe Fehler gemacht»



Kardinal Rainer Maria Woelki, Erzbischof von Köln, gibt ein Statement ab. Foto: Rolf Vennenbernd/dpa DPA

Köln (dpa) - Der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki bedauert die in seinem Bistum entstandene Vertrauenskrise und will darauf mit einer Auszeit reagieren. «Natürlich habe ich Fehler gemacht bei der Aufarbeitung. Ich habe Fehler gemacht mit Blick auf die Kommunikation, und dafür übernehme ich selbstverständlich die Verantwortung. Das tut mir leid, das bedaure ich», sagte Woelki am Freitag in Köln. Bei einigen Betroffenen von sexuellem Missbrauch habe dies zu einer Retraumatisierung geführt. «Das tut mir aufrichtig von Herzen leid und weh. Das Ganze hat auch zu einer Vertrauenskrise im Bistum geführt. Auch das bedaure ich.»

Papst Franziskus hatte zuvor mitgeteilt, dass Woelki im Amt bleiben könne, auch wenn er «große Fehler» gemacht habe. Woelki sagte, er habe vergangene Woche in Rom mit Franziskus gesprochen. «In diesem Gespräch hat mir der Papst deutlich gemacht, dass er sehr auf mich zählt, dass er auf mich baut.» Er habe insbesondere die Entschiedenheit gewürdigt, mit der der Missbrauchsskandal im Erzbistum Köln von Woelki aufgearbeitet worden sei.

«Ich habe in dem Gespräch mit dem Heiligen Vater ihm dann auch schon von einem länger in mir gereiften Gedanken berichtet, nämlich dass ich gerne eine längere Auszeit nehmen würde, um die Geschehnisse und die Ereignisse der vergangenen Monate für mich einzuordnen», sagte Woelki. In dieser Auszeit wolle er unter anderem überlegen, wie es künftig im Erzbistum Köln weitergehen solle. «Der Papst fand diesen Gedanken sehr gut, er hat mich darin unterstützt.» Die Auszeit werde von Mitte Oktober bis Anfang März dauern.

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