Zweite Beerdigung: Neues Grab für Schalke-Legende Libuda



Trauergemeinde auf dem Weg zum Grab von Reinhard Libuda. Foto: Tim Rehbein/dpa DPA

Gelsenkirchen (dpa/lnw) - Der ehemalige Schalker Stürmer Reinhard «Stan» Libuda wurde am Samstag zum zweiten Mal beerdigt: Der Verein «Schalker Markt» hatte sich für die Umbettung des 1996 verstorbenen Sportlers auf das Fan-Feld des Clubs eingesetzt. Das bisherige Grab der Fußball-Ikone auf dem Gelsenkirchener Ostfriedhof wurde nach Ablauf der Liegezeit eingeebnet.

Im Rahmen der Trauerfeier wurde Libudas Sarg zu dem Schalker Fan-Feld auf dem Friedhof Gelsenkirchen Beckhausen-Sutum gebracht. «Es war ein würdevoller, schöner und emotionaler Tag für die Schalker Seele», berichtet der Sprecher der Initiative «Schalker Markt». Die neue Grabstätte trägt die Nummer 7 - Libudas ehemalige Trikotnummer. «Hier können sich die Fans jetzt weiter an Libuda erinnern», sagte der Sprecher. «Egal ob mit einem Blümchen oder bei einer Dose Bier, jeder wie er möchte.»

Zu der Bestattung waren unter anderem Libudas Sohn, die Vorstandsmitglieder des Vereins und ehemalige Weggefährten des Fußball-Nationalspielers erschienen. Auch Reinhard Rauball, Präsident des Bundesligisten Borussia Dortmund, hielt eine Rede während der Trauerfeier. «Da wurde die Rivalität heute mal sein gelassen», erklärte der Sprecher. Es habe während der Andacht keine traurige Stimmung geherrscht, «sondern eher eine der dankbaren Erinnerung und der Wertschätzung.»

Zuvor hatte die Satzung der Stadt Gelsenkirchen ein Ehrengrab auf dem Ostfriedhof verhindert, da Libuda vorbestraft war. Der Sportler war Anfang der 70er-Jahre in den Bundesligaskandal verwickelt und leistete einen Meineid. Im Alter von 52 Jahren verstarb der beliebte Fußballer nach einem Schlaganfall.

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