US-Präsident Trump: Deal-Maker mit Hang zu Autokraten
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US-Präsident Trump vor dem Abflug nach Vietnam. Foto: Evan Vucci/AP
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Hanoi (dpa) - Donald Trump ist Eigenlob generell nicht fremd, für eine Eigenschaft lobt er sich allerdings ganz besonders: Nämlich die, Deals zu machen, also Geschäfte oder Abkommen abzuschließen.

«Deals sind meine Kunstform», schrieb er 1987 in seinem Buch mit dem Titel «Die Kunst des Deals». «So bekomme ich meine Kicks.» Damals war Trump Baumagnat. Heute ist er Präsident der USA, und als solcher versucht er sich an seinem außenpolitisch potenziell größten Deal: Der atomaren Abrüstung Nordkoreas.

Seit gut zwei Jahren ist Trump inzwischen Präsident, und so sehr sich der 72-Jährige auch selbst auf die Schulter klopfen mag: Echte Erfolge sind bislang Mangelware. Zu Hause steht Trump unter Druck, vor allem durch die Russland-Untersuchungen von FBI-Sonderermittler Robert Mueller. Da käme ein außenpolitischer Erfolg gerade recht. Bislang pflegt Trump allerdings eine Außenpolitik, die in einigen Aspekten sogar in den Reihen seiner Republikaner auf Kritik stößt.

Das liegt auch daran, dass Trump einen aus westlicher Sicht irritierenden Hang zu Autokraten hat. Während er alte Verbündete wie Deutschland ins Visier nimmt, biedert Trump sich beispielsweise an Kremlchef Wladimir Putin oder an das saudische Königshaus an. Auch Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un - von Trump einst als «kleiner Raketenmann» verhöhnt - wird inzwischen von Trump umschmeichelt.

Sollte Trump Kim tatsächlich zur atomaren Abrüstung drängen können, wäre das ein Erfolg, den ihm auch seine Kritiker kaum absprechen könnten. Trump behauptet, der japanische Ministerpräsident Shinzo Abe habe ihn wegen seiner Nordkorea-Politik schon für den Friedensnobelpreis vorgeschlagen. Abe wollte das weder bestätigen noch dementieren. Die japanische Zeitung «Asahi Shimbun» berichtete unter Berufung auf Regierungskreise in Tokio, Abe habe Trump für den Preis nominiert - allerdings auf Bitten der US-Regierung.

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