Verewigtes Treffen: Raubmilbe an Ameise in Bernstein

Berlin (dpa) - Eine winzige Milbe, die sich an den Kopf einer Ameise klammert: Diese Situation dokumentiert ein wohl fast 50 Millionen Jahre alter Bernstein-Fund. Das kleine Objekt haben Paläontologen um Jason Dunlop vom Naturkundemuseum Berlin untersucht.

Mit bloßem Auge sei die Milbe kaum zu erkennen, berichten sie in den «Biology Letters» der britischen Royal Society. Das Tier ist demnach kleiner als einen Millimeter und gehört zur Gruppe Myrmozercon. Als Fossil sei zuvor noch kein Exemplar dieser Spinnentiere entdeckt worden. Heutige Raubmilben leben meist in der Erde oder in Laub, vielfach auch in Ameisennestern. Experten nehmen an, dass sie sich parasitär verhalten. Verwandte Milben-Arten wie die Varroamilbe gehören als Parasiten zu den größten Bienenschädlingen.

In dem Bernstein sehen die Wissenschaftler den ältesten Nachweis einer engeren, wahrscheinlich parasitären Beziehung von Raubmilben und Insekten wie Ameisen, Bienen und Wespen. Demnach stammt das Stück aus dem Eozän vor etwa 49 Millionen Jahren. Damals traten erstmals Säugetiere auf. Gefunden wurde der Bernstein im Baltikum, vermutlich stammt er aus der Region Kaliningrad. Die Ameise gehört zur Art Ctenobethylus goepperti.

Mittlerweile gebe es einen großen Artenreichtum bei Raubmilben, als Fossil in Bernstein seien nur rund ein Dutzend Exemplare erhalten, schreiben die Forscher. Sie vermuten, dass nur wenige Milben Bäume besiedelten und dass die Tiere darum seltener in Harz konserviert wurden als andere. Noch seltener sind verschiedene Arten gemeinsam eingeschlossen.

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