Von den Eisheiligen in die Schafskälte

Offenbach (dpa) - Von den Eisheiligen direkt in die Schafskälte - das Wetter in Deutschland wird auf absehbare Zeit nicht besser. «Was uns das Wetter in den nächsten Tagen bescheren wird, hat eher was mit Winter zu tun».

Das sagte Meteorologe Helmut Malewski vom Deutschen Wetterdienst (DWD) in Offenbach am Mittwoch. Regen überall, auf den Bergen ab 500 Meter Schnee, nachts Frostgefahr, die Sonne ist selten zu sehen, am ehesten noch im Osten - «Ideales Wetter, seine Steuererklärung zu machen», sagte Malewski.

Die Temperaturen liegen tagsüber meist unter zehn Grad, nur im Osten sind bei Sonnenschein auch mal 15 Grad drin. «Die einzige positive Nachricht, ist die, dass zum Wochenbeginn der Regen wieder deutlich wärmer wird», sagte Malewski. Erst dann seien wieder knapp 20 Grad in Sicht.

Schuld ist ein Höhentief, das träge in bis zu 5,5 Kilometern Höhe über Deutschland liegt und seine Position nicht verändert. Es schaufelt permanent kalte Meeresluft aus polaren Breiten nach Mitteleuropa.

Ganz ungewöhnlich sei die Wetterlage nicht, sagte Malewski. Im Mai gebe es immer mal wieder Höhentiefs und damit Kaltlufteinbrüche. Erst im vergangenen Jahr hätten Mitte Mai ähnlich niedrige Temperaturen geherrscht - allerdings sei es damals vorher fast sommerlich warm gewesen. Diesmal erlebe Deutschland aber vermutlich einen übergangslosen Wechsel zwischen den Eisheiligen, die meist Mitte Mai beobachtet werden, und der Schafskälte, die oft Anfang Juni herrscht.

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