Berlin und Paris wollen bei Energiewende Maßstäbe setzen

Paris (dpa) - Deutschland und Frankreich wollen beim Ausbau erneuerbarer Energien international Maßstäbe setzen.

«Ich bin überzeugt, die Energiewende kann eines der wichtigsten Projekte der deutsch-französischen Zusammenarbeit der letzten Jahre werden», sagte Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) am Dienstag bei der ersten deutsch-französischen Energiekonferenz in Paris.

In Bezug auf die Rolle der Atomenergie gebe es zwar unterschiedliche Ansichten, beim Ausbau von Windkraft, Solarkraft, Wasserkraft und Biomasse sei man sich aber einig. Altmaiers französische Amtskollegin Delphine Batho nannte die Zusammenarbeit bei der Energiewende einen neuen Motor für die deutsch-französische Freundschaft. Für sie war es der letzte große Auftritt als Ministerin. Am Abend wurde sie wegen offener Kritik an den Sparplänen der Regierungsspitze entlassen.

«Wir werden in etwa zehn Jahren einen vergleichbar hohen Anteil an erneuerbaren Energien haben, nämlich 50 Prozent sowohl in Frankreich als auch in Deutschland», erklärte Altmaier. Frankreich wolle dazu den Anteil der Kernenergie von 75 auf 50 Prozent verringern. In Deutschland werde die Reduzierung des Atomstromanteils bis Ende 2022 den kompletten Ausstieg zur Folge haben. Es blieben dann fossile und erneuerbare Energien. EU-Ziel ist es, bis 2020 den Anteil der erneuerbaren Energien am Gesamtenergieverbrauch auf 20 Prozent zu erhöhen.

Anlass des Ministerbesuchs in Paris war die erste deutsch-französische Energiekonferenz. «Mit diesem Treffen schaffen wir die Voraussetzungen dafür, dass auch die private Wirtschaft stärker einbezogen wird», kommentierte Altmaier. Um eine bessere Abstimmung wird sich künftig auch ein gemeinsames Büro für Erneuerbare Energien kümmern. Er hoffe, dass es bereits in einigen Monaten die ersten konkreten Projekte geben werde, sagte Altmaier. Gefragt sei aber vor allem die Wirtschaft.

Website zur deutsch-französischen Energiekonferenz

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