Irak: Islamisten entführen fast 50 Menschen aus türkischem Konsulat

Istanbul (dpa) - Nach der Erstürmung eines türkischen Konsulats im Nordirak hat der türkische Außenminister Ahmed Davutoglu die Extremisten davor gewarnt, ihren Geiseln etwas anzutun. Niemand solle die Stärke der Türkei auf die Probe stellen, sagte Davutoglu im Fernsehen. Seine Regierung werde alles tun, um die Geiseln zu befreien.

Die Zahl der in dem Konsulat in Mossul genommenen Geiseln stieg unterdessen offenbar auf 49. Unter ihnen seien der türkische Generalkonsul, drei Kinder und Mitarbeiter der diplomatischen Vertretung, berichteten türkische Medien. Die Geiseln seien zu einem Militärstützpunkt gebracht worden, den die Islamisten zuvor erobert hätten. Hinter dem Angriff stecke vermutlich die Terrorgruppe Islamischer Staat im Irak und in Syrien (Isis), die nach dem Sturm auf Mossul weiter auf dem Vormarsch Richtung Bagdad war.

Insgesamt befinden sich jetzt mehr als 80 Geiseln in den Händen der Terroristen. Am Vortag waren laut Medienberichten über 30 türkische Lkw-Fahrer in Mossul von Islamisten entführt worden. Sie waren demnach auf dem Weg von der südtürkischen Stadt Iskenderum in den Nordirak, als sie von den Rebellen überfallen wurden.

Die terroristische Gruppierung Isis gehört zu den radikalsten islamistischen Gruppen im Nahen Osten. Am Dienstag hatte sie die Millionenstadt Mossul eingenommen.

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