Monti will nicht bei Wahlen kandidieren

Rom (dpa) - Der italienische Ministerpräsident Mario Monti will bei den Wahlen im Frühjahr nicht mehr antreten. Er werde nicht kandidieren, sagte Monti dem US-Fernsehsender CNN in einem am Dienstagabend veröffentlichten Interview.

Es sei wichtig, dass in Italien das politische Leben wieder aufgenommen werde, «ich hoffe, mit mehr Verantwortungsbewusstsein und Reife». «Ich werde alles mir Mögliche zu, um den Wandel zu unterstützen», versicherte Monti.

In den vergangenen Wochen war mehrfach über eine weitere Amtszeit Montis spekuliert worden. Er hatte jedoch entsprechende Erwartungen gedämpft. Die Amtszeit seiner Technokratenregierung sei zeitlich begrenzt, sagte er etwa Anfang September. Er könne nicht glauben, dass ein Land wie Italien nicht eine Persönlichkeit finden und wählen könne, die das Land führe.

Der Wirtschaftswissenschaftler hatte im November 2011 die Regierung übernommen, nachdem Ministerpräsident Silvio Berlusconi zurücktreten musste. Berlusconi hat sich bisher nicht festgelegt, ob er wieder kandidieren will.

Monti hatte seinem Land zur Bewältigung der Schuldenkrise unter anderem strikte Sparmaßnahmen auferlegt. Zudem brachte er umfassende Reformen auf den Weg, angefangen vom Arbeitsmarkt über Liberalisierungen bis zum Kampf gegen Steuerhinterziehung und Korruption.

Die Zustimmung zu Montis Politik ist im Laufe seiner Amtszeit angesichts seiner teils unpopulären Reformen immer weiter gesunken, liegt aber Umfragen zufolge immer noch bei etwa 40 Prozent. Bei seiner Amtsübernahme hatten gut 70 Prozent der Italiener auf Monti vertraut.

CNN-Interview

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