Präsidentenwahl im Iran: Reformer steigt aus Rennen aus

Teheran (dpa) - Wenige Tage vor der iranischen Präsidentenwahl lichten sich die Reihen der Kandidaten. Nach dem Konservativen Gholam-Ali Hadad-Adel hat auch der Reformer Mohammed Resa Aref seine Kandidatur zurückgezogen.

Das berichtete die Nachrichtenagentur Isna am Dienstag. Um die Nachfolge von Staatschef Mahmud Ahmadinedschad an diesem Freitag bewerben sich somit nur noch sechs Kandidaten.

Unter den Bewerbern ist der frühere Außenminister Ali-Akbar Welajati. Er kann auf die führenden konservativen Kleriker des Landes zählen. Mehrere einflussreiche religiöse Zirkel in der für Schiiten heiligen Stadt Ghom gaben am Montagabend ihre Unterstützung für den 67-Jährige bekannt.

«Es ist mir eine Ehre, von den hohen Geistlichen und Religionsgelehrten in der heiligen Stadt Ghom anerkannt zu werden, und sollte ich gewählt werden, werde ich mein Bestes tun, um die Erwartungen zu erfüllen», sagte Welajati bei einer Feier in der Imam Hassan-Moschee in Ghom. Welajati ist auch Berater des obersten Führers, Ajatollah Ali Chamenei.

Im Reformlager erhöhen sich mit dem Rückzug Arefs die Aussichten für den verbliebenen Kandidaten, Hassan Ruhani. Er gilt als der charismatischere und aussichtsreichere der beiden. Aref habe sich nach einem Gespräch mit dem früheren Reformpräsidenten Mohammed Chatami entschieden, seine Kandidatur zurückzuziehen, meldete Isna.

Erst am Montag hatten die Konservativen einen ähnlichen Schritt gemacht: Einer ihrer Kandidaten, Gholam-Ali Hadad-Adel, war aus dem Rennen um die Präsidentschaft ausgeschieden. Beobachter erwarten, dass auch der konservative Teheraner Bürgermeister Mohammed Bagher Ghalibaf das Handtuch werfen wird, womit Welajatis Chancen weiter steigen würden. Dies sei wahrscheinlich, nachdem die führenden Kleriker des Landes Welajati ihre Unterstützung ausgesprochen haben.

Unter den verbliebenen sechs Präsidentschaftskandidaten sind zwei Unabhängige. Ihr Sieg gilt als unwahrscheinlich.

Im Vorfeld war spekuliert worden, dass sich der Klerus hinter den Atomchefunterhändler und Ahmadinedschad-Vertrauten Said Dschalili stellen könnte. «Es gab aber die Sorge, dass es damit einen weiteren Ahmadinedschad und weitere vier Jahre Hardliner-Politik und politisches Abenteuertum geben würde», sagte in Religionslehrer aus Ghom, der namentlich nicht genannt werden wollte.

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