Ruhani: Iran will nicht komplett aus Atomabkommen aussteigen
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Der iranische Präsident Hassan Ruhani (M.) lässt sich neue Entwicklungen in der Atomenergie im Rahmen des «Nationalen Atomtags» erklären. Foto: Uncredited/Iranian Presidency Office/AP/dpa
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Teheran/Brüssel/Neu-Delhi (dpa) - Der iranische Präsident Hassan Ruhani schließt einen kompletten Ausstieg seines Landes aus dem Atomabkommen bis auf weiteres aus.

Dies würde seiner Einschätzung nach den Iran wieder als Fall vor den UN-Sicherheitsrat bringen und internationale Sanktionen nach sich ziehen. «Dann hätten wir die Probleme wieder von vorne», sagte der Kleriker bei einem Treffen mit Direktoren der iranischen Zentralbank in Teheran am Donnerstag. Der Iran sei jederzeit bereit zum Atomdeal zurückzukehren, sobald er vertragsgerecht umgesetzt werde, heißt es auf der Webseite des Präsidenten.

Die EU will das Atomabkommen nach den Worten des Außenbeauftragten Josep Borrell weiterhin retten. Das habe der Chefdiplomat der Staatengemeinschaft am Donnerstag bei einem Treffen mit Irans Außenminister Mohammed Dschawad Sarif in Neu-Delhi betont, teilte sein Sprecher mit. Nach der jüngsten Eskalation im Nahen Osten und der Golf-Region sei das Abkommen wichtiger denn je. Borrell und Sarif hätten ein «offenes Gespräch» über die jüngsten Entwicklungen rund um den Atomdeal geführt. Beide Seiten wollten in engem Kontakt bleiben.

Sarif warf den Europäern vor, im Atomstreit aus Angst vor den USA eingeknickt zu sein. «Die E3 (Deutschland, Frankreich und Großbritannien) hat die Überreste des Wiener Atomabkommens geopfert, um die neuen Zölle von (US-Präsident Donald) Trump zu vermeiden», twitterte Außenminister Mohammed Dschawad Sarif am Donnerstag. «Das wird nicht funktionieren, meine Freunde. Ihr steigert nur seinen Appetit», schrieb er. «Falls ihr eure Integrität verkaufen wollt, dann macht nur so weiter. Aber erhebt dann NICHT so hohen moralischen/rechtlichen Anspruch.»

Irans Außenminister reagierte damit auf die Einleitung der Schlichtung zur Rettung des Atomabkommens durch Deutschland, Frankreich und Großbritannien. Medienberichten zufolge soll das aus Angst vor 25-prozentigen US-Strafzöllen auf Autos aus der EU geschehen sein. Der US-Botschafter in Deutschland, Richard Grenell, wies dies über Twitter aber als «Fake News» zurück.

Präsident Ruhani zufolge ist das iranische Atomprogramm jetzt «fortgeschrittener» als vor dem Wiener Atomabkommen von 2015. Das Land habe mehr Kapazitäten, um Uran anzureichern. Genauere Angaben machte er dazu nicht, die iranische Atomorganisation soll demnächst aber technische Details bekanntgeben.

Das Atomabkommen soll dem Iran ein ziviles Atomprogramm ermöglichen, aber eine atomare Bewaffnung unmöglich machen. Im Gegenzug sollten Wirtschaftssanktionen aufgehoben werden. Der Iran hoffte auch einen Aufschwung, der jedoch nicht kam. US-Präsident Donald Trump ordnete am 8. Mai 2018 einen einseitigen Ausstieg aus dem Abkommen an und ließ den Iran wieder mit harten Sanktionen belegen.

Dennoch hielt sich der Iran ein weiteres Jahr an das Abkommen. Am 8. Mai 2019 kündigte die islamische Republik aber einen Teilausstieg an. Zwei Monate später unterrichtete die Regierung in Teheran die Internationale Atomenergiebehörde IAEO in Wien, dass der Iran die vereinbarte Obergrenze für angereichertes Uran überschritten habe.

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Hassan Ruhani, Präsident des Iran, besucht das Kernkraftwerk Buschehr. Foto: Mohammad Berno/Iranian President's Office/AP/dpa
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Zentrifugen in der Atomanlage in Natanz. Foto: Iranian State Television Irib/epa/dpa/Archiv
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Russische Techniker arbeiten im Februar 2006 im iranischen Atomkraftwerk Buschehr. Foto: epa Abedin Taherkenareh/EPA_FILES/dpa/Archiv
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Techniker der Internationalen Atomenergiebehörde IAEO inspizieren eine Uranumwandlungsanlage in Isfahan. Foto: epa Taherkenareh/EPA/dpa/Archiv
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Jubel in Wien: Der iranische Außenminister Mohammad Dschawad Sarif schwenkt im Juli 2015 einen Entwurf des Atomabkommens, das jetzt vor dem Aus steht. Foto: Mehdi Ghassemi/dpa
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Das Standbild des TV-Senders IRIB zeigt drei Zentrifugen in der iranischen Atomanlage Natanz. Foto: -/Islamic Republic Iran Broadcasting/AP/dpa/Archiv
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