Temperaturen nähern sich der 30-Grad-Marke

Offenbach/Berlin (dpa) - Badeseewetter, strahlender Sonnenschein, Spitzentemperaturen von fast 30 Grad: Das Wetter probt fast überall in Deutschland für den Hochsommer. Bis Donnerstag erwarten die Meteorologen des Deutschen Wetterdienstes (DWD) Werte von über 30 Grad.

Allerdings wird es teilweise auch unangenehm schwül, Gewitter können Starkregen bringen. Die voraussichtlich heißesten Gegenden Deutschlands sollen am Mittwoch die Lausitz und der Südwesten werden.

An Nord- und Ostsee tummelten sich am Dienstag schon Sonnenhungrige. Ins Wasser trauten sich an den Stränden Mecklenburg-Vorpommerns bei etwa 13 Grad Wassertemperatur aber nur die wenigsten: «Das sind die ganz Hartgesottenen», sagte Ostseebäder-Sprecherin Melanie Jeschke.

«Bei solchem Wetter kommt Urlaubsstimmung auf», sagte Badestellenleiter Jan Lorenzen im nordfriesischen St. Peter-Ording. Auf der kilometerlangen Sandbank herrschte allerdings eher Privatstrand-Atmosphäre: Geschätzt 1500 Besucher waren da, zur Hauptsaison sind es nach Lorenzens Worten teils über 40 000.

In Bayern auf der Autobahn 3 gibt es schon die ersten Hitzeschäden: «Zwischen Metten und Schwarzach haben sich am Montagabend Betonteile an den Fugen gelöst», sagte Josef Seebacher von der Autobahndirektion Südbayern. Zu einem sogenannten «Blow Up», bei dem sich die Betonplatten in der Hitze ausdehnen und zu einer Art Rampe aufstellen, kam es zum Glück noch nicht.

Bisher war ausgerechnet der angebliche Wonnemonat Mai statistisch zu kalt: Die ersten drei Wochen des Monats waren im Schnitt 1,4 Grad kühler als im langjährigen Durchschnitt, wie DWD-Sprecher Andreas Friedrich sagte. «Jetzt holt der Mai auf.» Die Temperaturen der nächsten Tage sollen um rund zehn Grad über dem Niveau liegen, das zu dieser Zeit normal wäre.

Die Hitze ist dem Zusammenspiel von Tief «Zeynep» und Hoch «This» zu verdanken, wie Meteorologin Anna Wieczorek erklärte. Das Tief westlich von Deutschland drehe sich gegen den Uhrzeigersinn, das Hoch reiche von Südskandinavien bis Afrika und drehe sich im Uhrzeigersinn - beide schaufeln dann warme Luft aus dem Süden ins Land.

Die Namen von «This» und «Zeynep» wurden vom Institut für Meteorologie der Freien Universität Berlin vergeben. «This» ist ein männlicher Vorname aus Skandinavien, «Zeynep» ein weiblicher aus dem arabischen Raum, wie Instituts-Mitarbeiterin Julia Sieland sagte. Seit zehn Jahren kann jeder eine Patenschaft etwa als originelles Geschenk kaufen - ein Hoch ist für 299 Euro zu haben, ein Tief kostet 199 Euro, jeweils plus Mehrwertsteuer.

Auch das Baltikum erlebt eine Hitzewelle: In Estland und Lettland kletterten die Temperaturen bereits am Dienstag über die 30-Grad-Grenze. Im nordestnischen Kundra und in Piedruja im Südosten Lettlands wurden Wärmerekorde für die Jahreszeit gemessen, wie örtliche Medien am Dienstag berichteten. Auch in Litauen lagen die Temperaturen über den üblichen Werten. Allerdings brachten nächtliche Hitzegewitter Stromausfälle: In Lettland waren nach Angaben des Stromnetzbetreibers zeitweise bis zu 20 000 Haushalte ohne Strom.

Estnisches Meteorologisches und Hydrologisches Institut

Lettlands Zentrum für Umwelt, Geologie und Meteorologie

Litauischer Hydrometeorologischer Dienst

Video von Gewitter in Estland

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