dpa-Nachrichtenüberblick Politik

Ägyptische Ärzte kämpfen um das Leben von Ex-Präsident Mubarak

Kairo (dpa) - Ägyptische Ärzte kämpfen um das Leben des schwer kranken früheren Staatspräsident Husni Mubarak. Nachdem der 84-Jährige in der Nacht bereits für klinisch tot erklärt worden war, berichteten unabhängige Medien später, Mubarak liege nach einem Herzanfall im Koma und werde künstlich am Leben erhalten. Der zu lebenslanger Haft verurteilte Ex-Präsident sei in einem Militärkrankenhaus an lebenserhaltende Geräte angeschlossen worden. Seine Ehefrau und eine Schwiegertochter trafen noch in der Nacht im dem Krankenhaus ein.

Viele Gesten, wenig Taten beim G20-Gipfel

Los Cabos (dpa) - Ein gutes Zeichen für den freien Welthandel, aber sonst wenig Greifbares: Beim G20-Gipfel im mexikanischen Badeort Los Cabos standen die Europäer am Ende mit ihren Problemen recht alleine da, auch wenn es an guten Worten und Ratschlägen nicht mangelte. Nach dem Schlagabtausch mit viel Kritik am europäischen Krisenmanagement zum Auftakt zeigte sich US-Präsident Barack Obama letztlich versöhnlich. Er sei zuversichtlich, dass die Europäer diese Prüfungen bestehen können. Auch Kanzlerin Angela Merkel suchte die Wogen zu glätten und sprach von einem «wichtigen Gipfel».

Griechenland strebt Regierungsbildung an

Athen (dpa) - In Griechenland stehen nach der Parlamentswahl vom Sonntag alle Zeichen auf rasche Regierungsbildung. Die drei künftigen Koalitionspartner wollen heute eine Einigung erzielen. Die Verhandlungen wurden am Abend vertagt. Sie seien «auf gutem Wege», berichtete das staatliche Fernsehen. Sozialistenführer Evangelos Venizelos hatte zuvor erklärt, er rechne bis Mittwoch mit der Bildung einer neuen Regierung. Neuer Ministerpräsident soll der Parteichef der konservativen Nea Dimokratia, Antonis Samaras, werden.

UN erwägen «andere Optionen» für Beobachtermission in Syrien

New York (dpa) - Nach dem faktischen Scheitern der Beobachtermission in Syrien erwägen die Vereinten Nationen nun «neue Optionen». Ein Weiter-so könne es ebenso wenig geben wie eine schlichte Aufstockung, sagte der Chef der Blauhelmmissionen, Herve Ladsous, in einer vertraulichen Sitzung des UN-Sicherheitsrates. Was das für Alternativen sein könnten, sagte der Franzose aber nicht. Zuvor hatte der Chef der 300 Beobachter, General Robert Mood, berichtet, dass die unbewaffneten Experten immer öfter selbst angegriffen würden. Dennoch: Die Beobachter sollen bleiben.

Wikileaks-Gründer Assange beantragt politisches Asyl in Ecuador

London (dpa) - Um seine drohende Auslieferung an Schweden zu verhindern, ist Wikileaks-Gründer Julian Assange in die Botschaft Ecuadors in London geflohen. Der 40 Jahre alte Australier habe politisches Asyl beantragt, teilte Ecuadors Außenminister Ricardo Patiño mit. Assange ist Gründer der Enthüllungsplattform Wikileaks, die vor allem mit der Veröffentlichung vertraulicher und geheimer US-Dokumente weltweit für Schlagzeilen gesorgt hat. Die schwedische Justiz wirft ihm vor, zwei Frauen sexuell belästigt und in einem Fall sogar vergewaltigt zu haben.

Auftakt für «Rio+20»-Gipfel - Scharfe Kritik von Umweltverbänden

Rio de Janeiro (dpa) - 20 Jahre nach dem wegweisenden «Erdgipfel» von 1992 beginnt heute in Rio de Janeiro der UN-Nachfolgegipfel zur nachhaltigen Entwicklung «Rio+20». Zu der Konferenz werden mehr als 100 Staats- und Regierungschefs in der zweitgrößten brasilianischen Stadt erwartet. Der Gipfel will die Weichen stellen für ein ressourcenschonenderes Wirtschaftsmodell und Verbesserungen für den Umweltschutz erreichen. Allerdings kritisierten Umweltverbände den vorliegenden Textentwurf für die Abschlussdeklaration als «bittere Enttäuschung».

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