122 polizeibekannte Mafiosi in NRW

Düsseldorf (dpa/lnw) - Die italienische Mafia hat in Nordrhein-Westfalen nach Erkenntnissen des Bundeskriminalamts 122 Mitglieder. Deutschlandweit seien es 538, heißt es in einem vorab veröffentlichten Bericht für die Innenausschusssitzung am Donnerstag im Düsseldorfer Landtag. Mit 71 Mitgliedern gehörten demnach die meisten der 'Ndrangheta an - eine der mächtigsten Mafia-Organisationen der Welt.

Clans der Organisation waren etwa für die Mafia-Morde von Duisburg verantwortlich, bei denen 2007 sechs Menschen vor einer Pizzeria erschossen wurden. Vor einem Monat hatte es bei einer Razzia gegen die sizilianische Mafia in Deutschland auch Festnahmen in Köln gegeben.

NRW hatte Ende 2018 eine Sondereinheit im Landeskriminalamt an den Start gebracht, die die Finanzquellen von organisierter Kriminalität und Terrorismus austrocknen soll. «Hier bekämpfen Polizeibeamte, Staatsanwälte und Steuerfahnder seither gemeinsam die Finanzierung von Schwerstkriminalität», betonte NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) in seinem Bericht.

Die 'Ndrangheta dominiert den internationalen Drogenhandel, verdient ihr Geld aber auch mit Waffenhandel, Geldwäsche und durch Korruption. Experten schätzen, dass sie jährlich bis zu 100 Milliarden Euro umsetzt. Der Begriff 'Ndrangheta stammt aus dem Griechischen und bedeutet etwa Mut oder Treue. Der in der Region Kalabrien beheimatete Clan soll sich in den 1860er Jahren gegründet haben.

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