Aachener Dom bekommt neues Dach - Erdbebenriss wird verpflastert

Aachen (dpa/lnw) - Der von Karl dem Großen (747 oder 748-814) gebaute älteste Teil des Aachener Doms bekommt ein neues Bleidach. Das 600 Quadratmeter große Dach über den 16-eckigen Umgang des Kernbaus musste immer wieder geflickt werden, damit kein Regenwasser durchkam. Außerdem sind einzelne Platten lose und die hölzerne Unterkonstruktion ist faul, wie die Dombauleitung am Mittwoch bei der Vorstellung der Sanierung auf der Dachbaustelle mitteilte. Der Bau werde rund zwei Millionen Euro kosten, er soll Mitte nächsten Jahres fertig sein. Mit der Erneuerung der Dacheindeckung wird nach 30 Jahren die Grund- und Außensanierung des Aachener Doms abgeschlossen sein.

Bei der Gelegenheit kümmern sich die Fachleute dann auch gleich um einen stattlichen Riss im Dach. Er stammt von einem Erdbeben während der Bauzeit im Jahr 803. Dieser bis 15 Zentimeter breite Riss erhält ein für diesen Zweck neu entwickeltes «Klammer-Pflaster»: eine Mörtelmatte mit Karbonfaser, die sehr viel Energie aufnehmen kann. Bei einem neuen Erdbeben entstünden dann nur noch kleine Mikrorisse, wie Dombaumeister Helmut Maintz sagte. Aachen liegt in der niederrheinischen Bucht und damit in einer der bedeutenden Erdbebenregionen Deutschlands.

Dombauleitung zur Maßnahme

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