Acht Jahre nach Tod von Teenager wird Prozess neu aufgerollt
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Außenansicht des Landgerichts Köln. Foto: Oliver Berg/dpa/Archiv
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Köln (dpa/lnw) - Fast acht Jahre nach dem gewaltsamen Tod eines 15-Jährigen in einem Nachbarschaftsstreit wird der Fall seit Montag vor dem Kölner Landgericht neu aufgerollt. In erster Instanz war der heute 67 Jahre alte Angeklagte wegen Totschlags zu fünf Jahren Haft verurteilt worden. Wegen eines Formfehlers in der Beweisaufnahme wurde das Urteil aber vom Bundesgerichtshof (BGH) aufgehoben. Am ersten Verhandlungstag des neuen Prozesses in Köln schwieg der Angeklagte zu den Vorwürfen.

Hintergrund der Tat im Schaustellermilieu sei eine Auseinandersetzung zwischen dem Vater des später Getöteten mit dem Angeklagten gewesen, heißt es in der Anklageschrift. Das Ganze habe sich im April 2012 im Kölner Stadtteil Neuehrenfeld abgespielt. Während einer körperlichen Auseinandersetzung soll der Deutsche ein Messer gezogen und dem Jugendlichen in die Brust gestochen haben. Trotz einer Notoperation starb das Opfer einen Tag später in einem Krankenhaus.

Nachdem der BGH das erstinstanzliche Urteil aufgehoben hatte, war der Angeklagte nach 21 Monaten im Gefängnis von der Untersuchungshaft verschont worden. Anschließend sei das Verfahren als Nicht-Haftsache und wegen Überlastung des Landgerichts rund sieben Jahre nicht weiter betrieben worden, so der Vorsitzende Richter. Er deutete am ersten Verhandlungstag an, dass es sich um eine rechtsstaatswidrige Verfahrensverzögerung handeln könne, die zu einer milderen Strafe führen könnte. Der Prozess ist bis zum 22. April terminiert.

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