Ärztekammer formuliert Forderungen zur Nachwuchsausbildung

Münster (dpa/lnw) - Mehr Studienplätze für Mediziner und veränderte Zugangsbedingungen zum Studium fordert die Ärztekammer Westfalen-Lippe. So solle die Abitur-Note für die Zulassung zwar Basis bleiben, aber weniger stark ins Gewicht fallen, wie Kammerpräsident Theodor Windhorst am Montag in Münster erklärte.

Die Forderungen sind Teil eines Fünf-Punkte-Papiers, das die Ärztekammer Westfalen-Lippe am Freitag beim 8. Westfälischen Ärztetag diskutieren und an die Politik richten will. Die Ärzte in Westfalen-Lippe wollen damit zum «Masterplan Medizinernachwuchs 2020» der Bundesregierung beitragen, der im Koalitionsvertrag zwischen CDU und SPD vereinbart wurde und die Ausbildung kommender Ärztegenerationen neu regeln soll.

Windhorst will die zwölfjährige Ausbildung der Mediziner mit jeweils sechs Jahren Studium und Facharztausbildung möglichst praxisnah gestalten. «Dabei hat sich das Zäpfchen-Studium, also möglichst schnell und glatt durch, nicht bewährt», sagt der Kammer-Präsident. Psycho-soziale Kompetenz und eine stärkere Fähigkeit, sich in die Patienten hineinzuversetzen, sollten eine größere Rolle spielen.

Bernhard Marschall, Studiendekan der Medizin-Fakultät an der Uni Münster, warnt allerdings vor einer einseitigen Praxisorientierung als Alternative zum reinen Pauken für das Staatsexamen. Marschall sieht die akademische Kompetenz, also die Fähigkeit wissenschaftliche Ergebnisse einzuordnen, weiter als wichtigen Baustein für das Medizin-Studium.

Mitteilung der Kammer

SOCIAL BOOKMARKS