«Alle für Kalle»: Wohnung zwangsgeräumt

Köln (dpa/lnw) - Ein Aufgebot von etwa 100 Polizisten hat am Mittwoch die Zwangsräumung der Wohnung des Kölners Kalle Gerigk sichergestellt. Die Polizisten mussten dafür zunächst mehr als 20 Demonstranten wegtragen, die im Vorgarten und im Treppenhaus eine Sitzblockade veranstalteten. Ein Demonstrant, der sich massiv gewehrt habe, sei leicht verletzt worden, sagte eine Polizeisprecherin. Am Ende der Straße, die von der Polizei abgesperrt worden war, protestierten weitere 100 Leute gegen die Räumung sowie gegen hohe Mieten und «Luxussanierung».

Gerigk händigte dem Gerichtsvollzieher die Wohnungsschlüssel aus und räumte letzte Einrichtungsgegenstände aus dem Treppenhaus. Unter dem Motto «Alle für Kalle» hatte sein Fall in den sozialen Netzwerken und in den Medien viel Aufsehen erregt. Gerigk hatte 32 Jahre in der Wohnung gelebt. Ein neuer Eigentümer hatte dann aber Eigenbedarf angemeldet. Da der Mann Immobilienmakler ist, bezweifelt Gerigk, dass er wirklich selber dort einziehen will. Amts- und Landgericht wiesen seine Einwände jedoch ab und ordneten die Räumung an.

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