Angeklagter bestreitet Beteiligung an Sprengstoff-Überfall

Aachen (dpa/lnw) - Zwei Jahre nach einem Sprengstoff-Überfall auf eine Sicherheitsfirma in Düren hat ein Familienvater vor dem Landgericht Aachen eine Tatbeteiligung abgestritten. Die Staatsanwaltschaft wirft dem 39 Jahre alten Belgier versuchten Mord, schweren Raub, das Herbeiführen einer Sprengstoff-Explosion, schwere Brandstiftung und gefährliche Körperverletzung vor. Bei dem Überfall hatten fünf Maskierte im Morgengrauen ein gepanzertes Fenster aufgesprengt, sich mit Schnellfeuerwaffen den Weg durch die Trümmer gebahnt und Schmuck und Bargeld im Wert von knapp zwei Millionen Euro erbeutet.

In einer schriftlichen Erklärung ließ der Angeklagte mitteilen, er habe in seiner 170 Kilometer vom Tatort entfernten Heimatstadt zwei seiner drei Kinder pünktlich zur Schule gebracht und dann wegen Rückenschmerzen einen Arzttermin wahrgenommen. Genetische Spuren von ihm am Tatort seien möglich, da er für einen inzwischen verstorbenen Bekannten in einem Baumarkt gekaufte Gegenstände zusammengeschweißt und in eine Reisetasche gepackt habe, ohne den Verwendungszweck zu kennen.

Bei der Tat am 1. März 2012 war einer von fünf anwesenden Mitarbeitern der Sicherheitsfirma schwer verletzt worden. Die Explosion hatte das Gebäude stark beschädigt. DNA-Spuren führten die Ermittler zu dem angeklagten Mann. Dieser wurde anderthalb Jahre nach dem Überfall im belgischen Charleroi festgenommen und nach Deutschland aufgeliefert. Für den Prozess sind sieben Verhandlungstage vorgesehen. Ein Urteil will das Gericht am 8. April verkünden.

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