Experte fordert mehr Kompetenz und Personal nach Lügde
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Ein Hinweisschild zum Campingplatz Eichwald. Foto: Guido Kirchner
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Lügde (dpa) - Als Reaktion auf Lügde hat der Beauftragte der Bundesregierung für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs weitreichende Konsequenzen gefordert. Es brauche Missbrauchsbeauftragte in allen Bundesländern und Kompetenzzentren bei den Polizeibehörden der Länder, sagte Johannes-Wilhelm Rörig dem Nachrichtenportal «t-online.de» (Sonntag). Der unabhängige Beauftragte kritisierte schlechte Personalausstattung sowie mangelnde Qualifikationen und Fortbildungen im speziellen Feld der sexuellen Gewalt gegen Minderjährige.

Der Rechtsstaat könne deutlich konsequenter gegen Straftäter vorgehen, wenn Schwerpunktgerichte für Jugendschutzverfahren eingerichtet würden, empfahl er und forderte zudem zusätzliche Stellen. «Der Mangel an qualifizierten Mitarbeitern ist tatsächlich bundesweit ein Riesen-Problem.» Sexuelle Gewalt gegen Kinder «gehört leider zum Grundrisiko einer Kindheit in Deutschland», seit Jahren sei kein erkennbarer Rückgang zu verzeichnen, zitierte das Portal den Experten.

Bei der Ermittlungsarbeit in Lügde war es zu schwerwiegenden Pannen gekommen. Seit 2008 waren auf dem Campingplatz bei Detmold an der Landesgrenze zu Niedersachsen mindestens 31 Kinder im Alter von 4 bis 13 Jahren in mehr als 1000 Fällen Opfer sexuellen Missbrauchs geworden. Drei Männer sitzen in Untersuchungshaft. Ermittelt wird gegen weitere Verdächtige.

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