Anklage nach Flucht durch die Coesfelder Innenstadt
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Eine goldfarbene Justitia-Figur steht vor Aktenbergen, die sich auf einem Tisch stapeln. Foto: Britta Pedersen/dpa-Zentralbild/dpa/Symbolbild
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Coesfeld/Münster (dpa) - Acht Monate nach der Flucht eines Rasers durch die Coesfelder Innenstadt hat die Staatsanwaltschaft Münster Anklage gegen den 29-jährigen Fahrer erhoben. Die Ermittler werfen dem Coesfelder neben weiteren Punkten versuchten Mord und versuchte gefährliche Körperverletzung, Urkundenfälschung, Gefährdung des Straßenverkehrs und Fahrens ohne Führerschein vor, wie die Staatsanwaltschaft am Donnerstag mitteilte. Über die Zulassung der Anklage muss das Landgericht Münster entscheiden.

Der Mann soll im Juli am Abend vor einer Polizeikontrolle geflüchtet sein. Die Beamten wollten ihn anhalten, weil er nicht angeschnallt war. Mit bis 100 Stundenkilometer soll er dann in die Fußgängerzone gefahren sein. Er bog laut Mitteilung bewusst in eine schmale Gasse ein, um die Polizisten abzuhängen. Laut Anklage fuhr er mit hoher Geschwindigkeit durch eine besetzte Außengastronomie. Durch herumfliegende Teile wurden mehrere Personen verletzt. Im weiteren Fluchtverlauf konnte sich ein 14-jähriger Passant mit einem Sprung in Sicherheit bringen. Mehrere Autos wurden beschädigt. Es entstand ein Schaden von rund 18 000 Euro.

Der 29-Jährige wurde nach einer Öffentlichkeitsfahndung in Münster festgenommen. Einen Führerschein hatte er nicht. Das Fahrzeug war nicht zugelassen. Für seine Fahrt macht er laut Angaben der Staatsanwaltschaft in der Vernehmung die Polizei verantwortlich. Er hätte nicht mit Blaulicht und Martinshorn verfolgt werden dürfen.

© dpa-infocom, dpa:210318-99-876391/3

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