Barroso fordert mehr Tempo auf dem Weg zur politischen Union

Paderborn (dpa/lnw) - EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso hat mehr Tempo auf dem Weg zu einem auch politisch vereinten Europa gefordert. Bei einem Treffen des Deutschlandrates der Jungen Union sagte er am Samstag in Paderborn, auch die Märkte und Investoren wollten jetzt konkrete Schritte in diese Richtung sehen. «Das ist ein wichtiges Element für die Glaubwürdigkeit des Euro-Raumes», mahnte er. «Die Glaubwürdigkeit des Euro hängt von der Solidität der europäischen Institutionen und dem politischen Konstrukt dahinter ab.»

Deutlich griff Barroso die Euro-Kritiker an. «Nicht der Euro ist der Grund der Krise.» Vielmehr hätten die in Schwierigkeiten geratenen Länder in der Vergangenheit Führungsschwäche gezeigt und sich nicht an die gemeinsamen Regeln gehalten. «Wenn die EU nicht wäre, wären einige dieser Länder in diesem Moment bankrott.» Ohne die Union hätte niemand diesen Ländern noch Geld gegeben, sagte der Kommissionspräsident. Nun aber könne nach dem «grünen Licht des deutschen Verfassungsgerichtes» der Rettungsschirm ESM schnell in Kraft treten.

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