Belästigung durch Bergbau: Rheinberger fordert 1300 Euro

Rheinberg (dpa/lnw) - Klirrendes Geschirr und schlaflose Nächte, weil der Boden bebt: Wegen Belästigung durch den Steinkohlebergbau fordert ein Mann aus Rheinberg (Kreis Wesel) 1300 Euro Entschädigung von der RAG. Am Donnerstag verhandelte das Amtsgericht Rheinberg den Fall. Die Entscheidung soll im Februar fallen, wie die Gerichtsdirektorin sagte. Zum ersten Mal in NRW werde gerichtlich über die nicht-materiellen Folgeschäden von Bergbau verhandelt, sagte Ulrich Behrens von der Schutzgemeinschaft Bergbaubetroffener, die den Kläger begleitet. Sollte er Erfolg haben, könnten weitere Betroffene Ansprüche geltend machen.

«Wir erhoffen uns eine Signalwirkung», sagte Behrens. Ziel sei eine Einigung mit der RAG über feste Beträge, die das Bergbauunternehmen an Betroffene zu zahlen habe, «eine Pauschale für die Erderschütterungen, die man erleiden musste», so Behrens. Eine solche Einigung hatte es vor zwei Jahren im Saarland gegeben: Die RAG hatte nach Ortschaften gestaffelte Entschädigungen an Betroffene gezahlt.

«Die Situation an der Saar ist aber eine andere als in NRW», sagte RAG-Sprecher Christof Beike. Stärke, Intensität und Häufigkeit der Erschütterungen seien nicht vergleichbar. Bis Januar müsse die Klägerseite nun nachweisen, dass die Erschütterungen bestimmte Grenzwerte überschritten haben, teilte das Gericht am Donnerstag mit. Es geht dabei um Erschütterungen aus dem Jahr 2009. Die Zeche ist inzwischen geschlossen.

Schutzgemeinschaft Bergbaubetroffener

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