Bericht: Ex-Wirtschaftsminister Müller Favorit für RWE-Aufsichtsrat

Essen (dpa) - Der Machtkampf um den Aufsichtsratsvorsitz beim angeschlagenen Energiekonzern RWE spitzt sich zu. Der «Frankfurter Allgemeinen Zeitung» (Donnerstag) zufolge ist der frühere Bundeswirtschaftsminister Werner Müller (parteilos) inzwischen Favorit für die Nachfolge von Manfred Schneider, der das Amt im Frühjahr 2016 aus Altersgründen abgibt. Die mächtigen kommunalen RWE-Aktionäre und Teile der Arbeitnehmervertreter wollten Müller bei der Aufsichtsratssitzung am 18. September offiziell vorschlagen. Schneider will laut «Handelsblatt» (Donnerstag) jedoch weiter den früheren SAP-Finanzchef Werner Brandt zu seinem Nachfolger machen.

In den Berichten wollte sich niemand öffentlich zu den Vorgängen äußern. Müller stehe bereit, schreibt die «FAZ». Er wolle den Konzern umbauen. Der Manager gilt als Architekt des Kohleausstiegs im Ruhrgebiet. Aus der einstigen Ruhrkohle AG hat er den Spezialchemiekonzern Evonik geschmiedet und die Altlasten aus dem Kohleabbau in eine Stiftung übertragen. Ähnlich könnte Müller bei RWE vorgehen, heißt es. Die kommunalen Aktionäre, die knapp ein Viertel der RWE-Anteile halten, versprechen sich von Müller zudem bessere politische Kontakte als von dem Software-Manager Brandt.

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