Beschwerde: Satanistischer Mörder kommt vorerst nicht frei

Mönchengladbach (dpa/lnw) - Nach dem satanistischen Mord von Witten muss der Haupttäter vorerst hinter Gittern bleiben. Die Staatsanwaltschaft Bochum hat Beschwerde gegen die vom Landgericht Mönchengladbach beschlossene Freilassung eingelegt. Das sagten Sprecher von Staatsanwaltschaft und Landgericht am Montag auf dpa-Anfrage. Nun muss das Oberlandesgericht in der Sache entscheiden.

Ein psychiatrischer Sachverständiger hatte den Mann 13 Jahre nach der Tat als nicht mehr gefährlich eingestuft. Der Täter habe sich in der Psychiatrie nach langem Leugnen zu seiner Tat bekannt, sie therapeutisch aufgearbeitet und sein Verhalten gut im Griff. Das Landgericht hatte sich der Einschätzung angeschlossen. Der Anwalt des Mörders, Hans Reinhardt, war für eine Stellungnahme am Montag zunächst nicht zu erreichen. Er setzt sich seit Jahren für die Freilassung ein.

Ein Satanistenpaar hatte 2001 einen 33-Jährigen mit 66 Messerstichen umgebracht und die Leiche zerstückelt. Auch ein Hammer und eine Machete wurden bei dem blutigen Ritualmord eingesetzt. Der Haupttäter wurde zu 15 Jahren Haft verurteilt und in die geschlossene Psychiatrie eingewiesen. Starke Minderwertigkeitskomplexe waren als Persönlichkeitsstörung gewertet worden, woraufhin ihm eine verminderte Schuldfähigkeit attestiert worden war.

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