Betreiber des Bonner Pflegeheims gesteht falsche Medikamentierung ein

Bonn (dpa/lnw) - Nach dem Tod von zwei Männern in einem Bonner Pflegeheim hat der Betreiber in einem Fall einen Medikamentenfehler eingestanden. Ob der den Tod des Patienten verursachte, sei aber unklar, teilte die Senator GmbH am Mittwoch in Bonn mit. Es sei fälschlicherweise Insulin verabreicht worden. Der Mann sei danach von einem Notarzt behandelt und in ein Krankenhaus gebracht worden, wo er später starb. Der andere Pflegepatient habe einen epileptischen Anfall erlitten, sei aber wegen seiner geringen Pflegestufe nicht unter ständiger Beobachtung gewesen.

Die beiden 70 und 75 Jahre alten Männer waren im Dezember gestorben. Sie wurden nicht obduziert, die Todesursache ist laut Staatsanwaltschaft in beiden Fällen unklar. Sie ermittelt wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung. Dafür würden zunächst die Pflege- und Patientenakten geprüft, sagte eine Sprecherin.

Ebenfalls im Dezember hatte eine Mitarbeiterin des Heims die Stadt Bonn alarmiert, weil während ihres Dienstes keine Pflegefachkraft anwesend gewesen sei. Die Stadt als Aufsichtsbehörde hatte das Heim daraufhin mehrfach überprüft und in der vergangenen Woche die Schließung angeordnet. Mittlerweile wurden 65 der 90 Heimbewohner verlegt. Die Dortmunder Senator GmbH wehrt sich aber gerichtlich gegen die komplette Schließung.

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