Beuys' Braunkreuzfarbe war Rostschutzmittel

Bedburg-Hau (dpa/lnw) - Das Rätsel um die sogenannte Braunkreuzfarbe im Werk von Joseph Beuys ist gelöst. Bei dem charakteristischen dunkelrot-braunen Farbton handele es sich höchstwahrscheinlich um ein damals handelsübliches Rostschutzmittel, teilte das Museum Schloss Moyland am Donnerstag mit. Das habe ein Student der Hochschule Rhein-Waal im Rahmen seiner Bachelor-Arbeit durch physikalisch-chemische Untersuchungen von Beuys-Werken herausgefunden.

Beuys hatte den Begriff Brauntonfarbe speziell für ein Konvolut von Werken verwendet, die er vorwiegend von Mitte der 1950er bis Mitte der 1960er Jahre geschaffen hatte. Die Arbeiten zeichnen sich durch den rot-braunen Farbton und die häufige Verwendung von Kreuzformen aus. Auch in dem Werk «Das Schweigen von Marcel Duchamp wird überbewertet» habe Beuys diese Farbe eingesetzt, hieß es.

Mit Hilfe einer Röntgenfluoreszenzanalyse hatte Ole Valler mehr als 80 Werke von Beuys im Museum Schloss Moyland unter die Lupe genommen. Im Großteil der Arbeiten habe die Analyse Eisen, Zink und Chrom als Hauptbestandteile der von Beuys verwendeten Farben nachgewiesen. Ergänzende chemische Pigmentuntersuchungen hätten die Schlussfolgerung gestützt, dass es sich bei der Braunkreuzfarbe um eine Korrosionsschutzfarbe handele.

Die Untersuchungsergebnisse seien für Restaurierungsarbeiten an Werken von Beuys hilfreich, sagte Prof. Peter Scholz, Vizepräsident der Hochschule Rhein-Waal. Auch eventuelle Fälschungen von Beuys-Arbeiten könnten so aufgedeckt werden.

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