Bonner WCCB-Skandal: Städtische Projektleiter vor Gericht

Bonn (dpa/lnw) - Der millionenschwere Betrugsskandal um das Bonner Kongresszentrum WCCB beschäftigt erneut die Justiz. Von heute an müssen sich die beiden damaligen städtischen Projektleiter vor dem Bonner Landgericht verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft dem mittlerweile pensionierten Stadtdirektor besonders schweren Betrug und Untreue vor, die Bürgeramts-Chefin wird des schweren Betrugs und der Beihilfe zur Untreue beschuldigt. Die Angeklagten sollen unter anderem durch falsche Angaben 25 Millionen Euro Landesförderung erschlichen haben, obwohl sie gewusst haben sollen, dass die Finanzierung des Bauvorhabens unzureichend war. Die Beschuldigten bestreiten die Vorwürfe.

Der Hauptverantwortliche im WCCB-Skandal, der südkoreanische Investor Man-Ki Kim, war bereits 2013 wegen schweren Betrugs zu sechseinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Kim hatte sich unter Vortäuschung falschen Eigenkapitals den Auftrag für das 140-Millionen-Euro-Projekt WCCB (World Conference Center Bonn) bei der Stadt Bonn gesichert. Der Investor hatte den Eindruck erweckt, dass der Großkonzern Hyundai hinter seiner Firma stehe. Das war aber nicht der Fall. Nachdem der Betrug 2009 aufgeflogen war, stand das Bauprojekt jahrelang still.

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