Braunkohle-Streit: NRW will Ausstieg nicht alleine schultern
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Braunkohle-Streit: NRW will Ausstieg nicht alleine schultern. Foto: Jan Woitas
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Düsseldorf (dpa/lnw) - Beim Kohleausstieg gibt es Streit um den Anteil Nordrhein-Westfalens an der Abschaltung von Braunkohlekraftwerken. Nach Ansicht von NRW-Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart (FDP) müssen im Rheinischen Revier bis zum Jahr 2022 über die bisherigen Planungen hinaus Kraftwerkskapazitäten von 2,4 Gigawatt (GW) vom Netz genommen werden. Umweltverbände beharren dagegen darauf, dass die im Kohlekompromiss vorgesehene Abschaltung von gut 3 Gigawatt bis 2022 komplett im Westen erfolgen muss. Die Differenz entspricht einem mittelgroßen Kraftwerksblock von 600 Megawatt.

Wenn sich die NRW-Landesregierung vor einem schnellen Einstieg in den Kohleausstieg drücken wolle, «sabotiert sie den mühsam ausgehandelten Kompromiss der Kommission», kritisierte Greenpeace-Geschäftsführer Martin Kaiser die Einschätzung Pinkwarts. Die vollen 3 Gigawatt Braunkohlekapazität müssten im Westen abgeschaltet werden, um den Hambacher Forst und bedrohten Dörfer an den Tagebauen retten zu können. Pinkwart versicherte dagegen, die NRW-Landesregierung halte sich an die Vereinbarungen.

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