Burbach-Prozss um misshandelte Flüchtlinge: Weiteres Urteil
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Eine Figur der blinden Justitia. Foto: Sonja Wurtscheid/dpa/Symbolbild
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Siegen (dpa/lnw) - Im Prozess um misshandelte Flüchtlinge in einer Notunterkunft in Burbach ist ein weiterer Angeklagter verurteilt worden. Das Landgericht Siegen sah es als erwiesen an, dass der frühere Wachmann in fünf Fällen Freiheitsberaubung begangen hatte. Der Mann wurde zu einer Gesamtgeldstrafe von 85 Tagessätzen zu je 20 Euro verurteilt, wie das Gericht am Freitag mitteilte. In dem komplexen Verfahren sind damit von ursprünglich 38 Angeklagten 14 Personen verurteilt worden, erläuterte eine Gerichtssprecherin.

In der Landesunterkunft im Siegerland sollen Mitarbeiter Geflüchtete über Monate hinweg bis September 2014 in «Problemzimmer» eingesperrt, gequält und geschlagen haben. Sechs Angeklagte wurden bisher freigesprochen. In sechs weiteren Fällen wurde das Verfahren eingestellt - darunter einmal, weil die angeklagte Person gestorben war. In acht Fällen sind die Verfahren abgetrennt worden und sollen separat verhandelt werden. Im Hauptverfahren seien noch die Fälle von vier weiteren Angeklagten zu entscheiden, sagte die Gerichtssprecherin.

Nach 15 Monaten Verhandlung hatte sich im Frühjahr 2020 die Schlussphase in dem Mammutprozess abgezeichnet. Dann musste die Hauptverhandlung aber coronabedingt für einen längeren Zeitraum unterbrochen werden.

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